Schikurse geraten in die Kostenkrise
Die Zahl der Schulschikurse geht seit Jahren zurück. Die gestiegenen Kosten und die abnehmende Lust auf Wintersport gelten als Gründe. Hohe Liftkosten geraten ins Schussfeld.

Foto © WeichselbraunSchulschikurse locken immer weniger Kinder auf die steirischen Pisten. Hohe Liftpreise und abnehmende Motivation gelten als Gründe
Die hohen Liftkosten von rund 60 Euro pro Schüler belasten das Budget unserer Schikurse schon sehr", sagt Heimo Pocivalnik vom BG/BRG Bundesgymnasium Lichtenfels in Graz. Der Turnlehrer fährt unter anderem mit den dritten Klassen im Jänner nach Wagrain in Salzburg auf Schulschikurs (das tun die jeweiligen Drittklässler der Schule schon seit Jahrzehnten). Die Kosten für die sechs Tage machen 310 Euro aus. Weil die Schule die Kurse bei den Eltern massiv bewirbt, bei finanziellen Englagen der Eltern Fördermöglichkeiten aufzeigt und Leihschi organisiert, sind mehr als 90 Prozent der Schüler dabei.
Eine noch größere Quote erzielt Michael Habjanic, Direktor der Sportmittelschule Bruckner in Graz: "Wir haben bei unseren Kursen 100 Prozent Auslastung. Mit den dritten Klassen fahren wir nächste Woche nach Rohrmoos. Das kostet 150 Euro."
Diese beiden Beispiele sind die rare Ausnahme. Die Schulschiwochen sind, seit sie ab den 1990er-Jahren nicht mehr verpflichtend sind, fast schon ein Auslaufmodell. Der Grazer Sportlehrer Gerd Egger belegt das auch mit einer Studie: Nur noch 17.331 von den 90.027 erfassten Schülern nahmen im Schuljahr 2008/09 an Schulschikursen teil - das sind 19,3 Prozent. "Eine Elterngeneration ist als Wintersportler weggebrochen, da ist es klar, dass deren Kinder Wintersportmuffel sind", begründet Egger. Christa Horn, im Landesschulrat für Steiermark für Schulschikurse zuständig, ergänzt: "Viele wollen sich für nur eine Woche nicht extra eine teure Ausrüstung kaufen." Egger ist aber auch die 70-Prozentklausel ein Dorn im Auge: "Sagen 30 Prozent der Klasse nein, fahren alle anderen auch nicht auf Schikurs."
Nützt mehr dem Tourismus
Auch die Schulschikursoffensive des Landes Steiermark mit Gratisschipässen erziele nur bedingte Erfolge bei den steirischen Schülern. Von den 245 Gruppen mit 11.231 Schüler und 2022 Begleitpersonen, die sich für die Saison 2010/11 dazu angemeldet haben, kommen nur 78 aus der Steiermark, viele kommen aus Wien, Tschechien, Belgien. "Das ist schon okay. Das bringt dem Tourismus etwas, der die Förderung ja auch nur auf die Wochen vor Weihnachten und nach dem 15. März beschränkt", so Egger.
Steirische Kinder mit Schulschikursen in anderen Bundesländern würden nicht gefördert. Neben der Motivation der Eltern, ihre Kinder zum Schifahren zu bewegen, sieht Egger daher vor allem in einer flächendeckenden Senkung der Liftpreise auf 5 Euro für Schülergruppen eine Lösung. In Tirol oder auch in Kärnten seien die Liftpreise viel billiger, zum Teil fahren sie gratis.







