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Zuletzt aktualisiert: 04.01.2008 um 06:35 Uhr

Fahrlässigkeit kostet: Gerettete Schifahrer müssen zahlen

Sechs britische Schifahrer wurden am Dachstein aus Bergnot gerettet, sie hatten Warnungen ignoriert. Bei Fahrlässigkeit verrechnet die Bergrettung "bescheidenen Beitrag".

Gondelfahrt mit Folgen

Foto © Dachstein / PresseGondelfahrt mit Folgen

Sie waren gewarnt worden, ließen sich aber nicht abhalten. Mit der letzten Gondel fuhren sechs Briten, im Alter zwischen 55 und 23 Jahren, am Mittwoch gegen 16 Uhr auf die Bergstation der Dachsteinseilbahn. Sie wollten mit ihren Alpinschiern die Tourenabfahrt über das Guttenberghaus bis nach Ramsau nehmen. "Ein Mitarbeiter der Seilbahn hat sie davor gewarnt. Die Abfahrt dauert - wenn man sich auskennt - mindestens dreieinhalb Stunden", kann Heribert Eisl, Leiter der Bergrettung Ramsau, nur den Kopf schütteln. Die Urlauber wollten sich den Spaß aber nicht nehmen lassen.

Dunkelheit. Es kam, wie es kommen musste. In der beginnenden Dunkelheit verirrten sich die Schifahrer und kamen in unwegsames Gelände. Gegen 20.30 Uhr schließlich schlugen sie völlig erschöpft Alarm. Für Bergrettung und Alpinpolizei begann ein anstrengender und gefährlicher Einsatz. "Die Bedingungen am Berg waren extrem. Es hatte minus 18 Grad und der Wind war stürmisch. Teilweise konnten wir die Spuren im Schnee verfolgen, dann war die Fährte wieder total zugeweht", berichtet Eisl.

Suchtrupp. Es war gegen 23 Uhr, als der 26-köpfige Suchtrupp die Vermissten am Plateau des Dachsteins endlich fand. "Ein bisserl später und sie wären garantiert erfroren", ist sich ein Bergretter sicher. "Sie haben sich immer in Bewegung gehalten, dass war ihr Glück. Aber sie waren schon ziemlich am Ende und sehr glücklich, dass wir sie gefunden haben", fügt Eisl hinzu.

Kosten. Die Urlauber werden von der Bergrettung für den Einsatz eine Rechnung von rund 1500 Euro präsentiert bekommen. "Wenn ein Einsatz durch Fahrlässigkeit ausgelöst wird, müssen die Betroffenen einen bescheidenen Beitrag zahlen", erklärt Fritz Seidl, Leiter der steirischen Bergrettung. Jede Einsatzstunde wird pauschal mit 200 Euro verrechnet, wenn die Suche besonders aufwändig ist, kann es Zuschläge bis 100 Prozent geben. Pro Jahr kassiert die steirische Bergrettung für derartige Einsätze zwischen 30.000 und 40.000 Euro.

BERND THURNER

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