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Zuletzt aktualisiert: 18.12.2009 um 12:29 UhrKommentare

Rekordkälte lässt die Steirer zittern

Unglaubliche 15,5 Minusgrade hatte es Freitagmorgen in Neumarkt, dem absoluten Kältepol der Steiermark. In der Landeshauptstadt fröstelten die Steirer bei Minus zehn Grad. Österreichweit schrieb St. Jakob (Tirol) mit Minus 24 Grad einen Kälterekord.

Heißer Tipp gegen die Eiseskälte: auf Haube, Schal und Handschuhe keinesfalls vergessen

Foto © © Robert Kneschke - Fotolia.comHeißer Tipp gegen die Eiseskälte: auf Haube, Schal und Handschuhe keinesfalls vergessen

Laufende Nase. Rote Backen. Minimum vier Gewandschichten inklusive warme Haube und dicke Handschuhen. Viele Steirer waren genau so am Freitag in den frühen Morgenstunden anzutreffen. War es vor wenigen Tagen noch viel zu warm, haben die Steirer seit Freitag gegen eine Rekordkälte zu kämpfen.

Unglaubliche 15,5 Minusgrade hatte es Freitagmorgen in Neumarkt, dem absoluten Kältepol der Steiermark. Nicht wirklich viel wärmer war es mit 14,5 Grad Minus in der Ramsau, die Platz zwei im Kälteranking einnimmt. Mit 14,3 Grad Minus war Bad Mitterndorf der drittkälteste steirische Ort. In der Landeshauptstadt selbst fühlten sich die Minus 10,6 Grad auch nicht viel besser an, obwohl es hier doch rund fünf Grad wärmer war als in der kältesten steirischen Region. Am wenigsten litten Freitagfrüh die Hartberger unter der Eiseskälte - dort zeigte das Thermometer zumindest "nur" Minus sieben Grad an.

Und nicht nur in der Steiermark verlief die Nacht von Donnerstag auf Freitag ausgesprochen kalt. Vor allem in den südlichen und westlichen Landesteilen zitterten die Österreicher um die Wette. "Russische Kaltluft, eine dünne Schneedecke sowie meist sternenklarer Himmel sorgten für eine kräftige Abkühlung!", erklärt ZAMG Klimatologe Gerhard Hohenwarter.

Den absoluten Tiefstwert meldete dabei St. Jakob im Defereggental (Tirol) mit -24,0°C. Im Dezember war es an diesem Ort seit Messbeginn vor 60 Jahren nur einmal kälter, nämlich 1996. Damals hatte es in St. Jakob frostige -26,8°C.

Ganz Österreich zittert

Auch sonst wurden am Freitag teils beachtliche Tiefstwerte in Tirol aufgezeichnet: unter -20 °C meldeten Schmirn, Nauders, Seefeld und Tannheim. Aber auch in Teilen von Vorarlberg, Salzburg sowie im Süden und Südosten des Landes sank die Temperatur stellenweise auf unter -15 °C. Etwas wärmer blieb es im Norden und Osten. Hier verhinderten Hochnebel und meist dichte Wolken eine stärkere Abkühlung

Das Wetter ist nach wie vor auf Rekordjagd. War es den ganzen Herbst hindurch viel zu warm, zeigte sich auch der Winteranfang bisher von einer ungewöhnlich milden Seite. Seit Mittwoch ist es jedoch viel zu kalt für diese Jahreszeit. In der Steiermark liegen die Temperaturen rund sechs bis sieben Grad unter den aufgezeichneten Durchschnittstemperaturen.

Trotz Kälte Einbruch zu milder Dezember

Hannes Rieder von der ZAMG Steiermark macht jedoch darauf aufmerksam, dass der Dezember unter dem Strich viel zu warm ausfallen wird. Während am Samstag der Tiefpunkt der Kälte erreicht sein wird, steigen die Temperaturen am Wochenanfang wieder massiv an. Laut Rieder wird es ab Dienstag wieder viel zu mild für diese Jahreszeit sein. Einen Ausblick, den ZAMG Meteorologe Clemens Mad für ganz Österreich bestätigt: "Den Höhepunkt der Kältewelle erreichen wir in der kommenden Nacht. In den Niederungen fallen die Temperaturen auf -5 bis -16 °C ab, in manchem Alpental auf bis zu -25 °C!".

Auch tagsüber bleibt es am Samstag, wieder überall frostig; die Temperaturen kommen über -7 °C bis -2 °C nicht hinaus. Zudem kündigt sich von Süden kommend ein wenig Schneefall an. Clemens Mad rechnet im Süden mit bis zu 20 cm, im östlichen Flachland sind immerhin 5 cm möglich.

Weiße Weihnachten?

Somit ein wenig Schneefall rechtzeitig vor Weihnachten. Ob sich damit weiße Weihnachten ausgehen, ist noch immer ein wenig unsicher. Aus heutiger Sicht stellt sich kurz vor dem Heiligen Abend das klassische Weihnachtstauwetter mit Temperaturen zwischen 0 und 10 °C ein. "Wie jedes Jahr wird es auch heuer eine sehr knappe Geschichte mit den weißen Weihnachten", so Rieder. Gute Chancen auf Schnee zu Weihnachten haben jedoch schattig gelegen Regionen. Da bis Wochenanfang noch Neuschnee fallen wird, könnte an diesen Orten die weiße Pracht tatsächlich bis heilig Abend liegen bleiben.

DANY JONES

Fakten

ST.JAKOB/DEFEREGGEN, Tirol, 1388 Merter: -24,0 Grad

WARTH, Vorarlberg, 1475 Meter, -19.3 Grad

ST.MICHAEL/LUNGAU, Salzburg, 1050 Meter: -17.8 Grad

BAD BLEIBERG, Kärnten, 909 Meter: -17.4 Grad

NEUMARKT, Steiermark, 881 Meter: -15.5 Grad

MOENICHKIRCHEN, Niederösterreich, 991 Meter: -14.1 Grad

MATTERSBURG, Burgenland, 287 Meter: -12.0 Grad

WINDISCHGARSTEN, Oberösterreich, 598 Meter: -11.7 Grad

WIEN JUBILAEUMSWARTE, Wien, 450 meter: -9.2

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