Alpinunfälle: Die Gefahr wird oft unterschätzt
Wandern ist längst Trendsportart. Aber nicht immer ist das Vergnügen ungefährlich. 308 Tote gab es 2008 in Österreichs Bergen. Heuer sind bereits zwölf Steirer tödlich verunglückt.

Foto © APATrotz Zunahme der Bergsportler hat es zwar keine Steigerung der tödlichen Unfälle gegeben. Besorgniserregend ist allerdings, dass die Zahl der Alpintoten in Österreich stagniert
"Wann i hoch droben steh auf ana Felsnhöh, wo i weit außisiach ins greane Steirerland, wia mia des Herzerl lacht bei dera reichn Pracht." Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb die Blumenmalerin Maria Kartsch den Text zu diesem Almlied - und heut' ist es nicht anders: Immer mehr Steirer entdecken die Bergwelt für sich. Wandern und Klettern sind längst Trendsportarten geworden.
Über Stock und Stein
Aber dennoch kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen in den steirischen Bergen, wie erst jüngst der Fall eines litauischen Staatsbürgers in der Obersteiermark zeigte. Auch die aktuelle Alpin-Unfallbilanz für das Jahr 2008 weist aus, dass zwischen November 2007 und Oktober 2008 insgesamt 308 Menschen in Österreichs Bergen ums Leben gekommen sind. Die Steiermark hatte 22 Tote zu beklagen.
Trotz Zunahme der Bergsportler hat es zwar keine Steigerung der tödlichen Unfälle gegeben, so Kroath. "Besorgniserregend ist allerdings, dass die Zahl der Alpintoten in Österreich stagniert, während bei den Straßenverkehrstoten ein deutlicher Trend nach unten erkennbar ist."
Männliche Opferbilanz
Klar ist auch: Der Alpinunfall ist überwiegend männlich. Wie jedes Jahr waren auch 2008 mehr als 80 Prozent der Alpintoten männlich. Die meisten Todesopfer wurden in den Monaten Juli und August (84) gezählt. Im Winter, (Jänner und Februar) hat es 67 Alpintote gegeben.
"Die meisten Alpinunfälle verzeichnen wir in der Steiermark in den klassischen Kletter- und Wandergebieten, also am Dachstein, in der Ramsau, im Admonter Gebiet und im Ausseerland", schildert Bergrettungs-Statistiker Alfred Pußwald.
"Seit kurzem ist der Trend zum Klettersteig in Mode gekommen", ergänzt Fritz Seidl, Landesleiter der Bergrettung Steiermark. "Das bedeutet für uns schon zusätzliche Arbeit, weil er oft unterschätzt wird. Zwar sind die Leute überwiegend gut ausgerüstet, können aber oft nicht gut damit umgehen, was zu einem falschen Sicherheitsgefühl führt. Auf einen Klettersteig kann nicht jeder gehen, da braucht man Übung und Kondition."
Ein ganz anderer Trend behagt dem Bergretter aber sehr: "Heute gehört das Handy schon zur Grundausrüstung, daher gehen Notfallmeldungen sehr schnell und vieles kann durch Rettungshubschrauber erledigt werden."
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Todesopfer am Berg
Während die Anzahl der Menschen, die in den Bergen unterwegs sind, von Jahr zu Jahr wächst, gehen die Unfallzahlen eher zurück.
Von November 2007 bis Oktober 2008 kamen 308 Menschen in Österreichs Bergen ums Leben. Die Steiermark hatte 22 Tote zu beklagen. 2007 waren es noch 28 Tote; 2009 sogar 29.








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