Höhenmedizinische Tagung in der Ramsau
Mediziner-Tagung vom 7. bis 9. November in der Ramsau.

Foto © APAMediziner-Tagung am Fuße des Dachsteins
Österreichs Berge sind nicht nur Anziehungspunkt
gesunder, sondern auch zahlreicher chronisch kranker Menschen.
Standardisierte medizinische Empfehlungen, wie sie ihren
Bergaufenthalt gestalten sollen, gibt es allerdings kaum, konstatiert
der Grazer Lungenfacharzt Wolfgang Domej von der Medizinischen
Universität Graz. Neue alpinmedizinische Forschungsergebnisse werden
ab dem 7. November im obersteirischen Ramsau/ Dachstein (Bezirk
Liezen) vorgestellt.
Sauerstoffmangel. Die größte Gefahr in der Höhe gehe vom atmosphärisch bedingten
Sauerstoffmangel aus, so Domej im Gespräch mit der APA. Bereits bei
gesunden Menschen können Unverträglichkeitsreaktionen - von der
akuten Bergkrankheit (u.a. Kopfschmerzen, Übelkeit) bis zum meist
tödlichen Höhen-Hirnödem - auftreten, bei chronisch Kranken sei das
Risiko ungleich höher.
Menschen mit Herzkrankheiten. Besonders gefährdet seien laut Domej Menschen mit schweren
Herzkrankheiten: Bei ihnen sei die Sauerstoffaufnahme bereits im Tal
vermindert, in Höhen ab 1.500 Meter verschärfe sich das Problem. Auch
Personen mit Bluthochdruck - immerhin jeder vierte Österreicher -
sollten sich ausreichend Zeit für die Akklimatisation nehmen, rät der
Höhenmediziner.
Richtlinien würden fehlen. Standardisierte medizinische Richtlinien und Empfehlungen, wie
sich Betroffene im Gebirge verhalten sollen, würden großteils fehlen,
so Domej. Zudem habe sich die Forschung bisher wenig mit den
mittleren Höhen (1.500 bis 2.500 Meter) - dort findet der Großteil
des alpinen Tourismus statt - beschäftigt.
"ARGE Alpinmedizin. Seit dem Jahre 1997 konzentriert die "ARGE Alpinmedizin" ihre
Forschungsaktivitäten auf die vielfältigen Auswirkungen des
verminderten Sauerstoffdruckes auf den Organismus. In Kooperation mit
der Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH wurde im Jahre 2003 die Plattform
"Alpine Forschungsstation Dachstein (AFD)" an der Bergstation der
Dachsteinseilbahn am Hunerkogel (2.700 m Höhe ) zur Durchführung
höhenmedizinischer Untersuchungen ins Leben gerufen. Gemeinsam mit
der interdisziplinären Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und
Höhenmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Berg- und
Expeditionsmedizin veranstaltet die ARGE Alpinmedizin vom 7. bis 9.
November eine internationale Fachtagung in Ramsau/Dachstein.
Workshops und Vorträge aus verschiedenen Fachrichtungen beschäftigen
sich mit "Medizinischen Herausforderungen in extremen Umwelten".








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