Der Rittisberg-Coaster durfte nur kurz rollen
Neue Tourismusattraktion in der Ramsau durfte nur kurz in Betrieb gehen. Behördliche Genehmigungen fehlen, die Bahn wurde gesperrt.

Foto © www.photo-austria.at 120 Höhenmeter werden überwunden
Er wird von den Betreibern als "Porsche unter den Sommerrodelbahnen" gepriesen und verspricht rasantes Vergnügen auf dem Rittisberg in der Ramsau. Von diesem Vergnügen hatten viele Gäste, die extra zur - kürzlich eröffneten - Attraktion angereist waren, allerdings wenig.
Geschlossen. Auch eine Familie aus Graz ärgerte sich ziemlich, als sie Mitte vergangener Woche extra in die Ramsau reiste um mit dem Enkerl die neue Sommerodelbahn zu testen. Sie standen vor verschlossenen Türen und einem Hinweisschild auf dem zu lesen war, dass die Bahn voraussichtlich erst in einer Woche wieder geöffnet ist.
Kein Termin. Manfred Engelhardt - einer der beiden Betreiber der Anlage - bestätigt, was viele Gäste aus leidvoller Erfahrung schon wussten: Die Anlage ist bis auf weiteres geschlossen, ein genauer Termin für die neuerliche Inbetriebnahme steht noch nicht fest.
Probleme. Engelhardt: "Es gibt Probleme mit der Behörde. Die Anlage hat zwar ein deutsches TÜV-Gutachten, das wird aber bei uns nicht anerkannt." Er habe schon am 5. Mai um eine Betriebsgenehmigung angesucht, habe aber erst für den 12. August einen Verhandlungstermin bekommen. Jetzt sei man gerade dabei, die letzten ausständigen Unterlagen und Gutachten zu beschaffen.
Laufendes Verfahren. Dass der Rittisberg-Coaster von der Behörde geschlossen wurde, argumentiert der Leiter der Politischen Expositur Gröbming, Florian Waldner so: "Die Anlage wurde einfach im laufenden, veranstaltungsrechtlichen Verfahren aufgesperrt. Das geht so natürlich nicht. Wie sollen wir eine Anlage bewilligen, wenn wir nicht einmal alle Unterlagen vorliegen haben." Dass es ein Gutachten des deutschen TÜV gibt, bestätigt auch Waldner. Das ließe sich aber eben nicht einfach auf hiesige Verhältnisse übertragen. Waldner: "Das Gutachten nimmt - um nur ein Beispiel zu nennen - klarerweise auf den Untergrund am Rittisberg keine Rücksicht."
Missverständnisse. Für den Ramsauer Bürgermeister Helmut Schrempf, der selbst in die Verhandlungen einbezogen war, liegt ein Teil des Problems auch bei der deutschen Herstellerfirma, die die Betreiber über die Voraussetzungen für eine Genehmigung nicht immer richtig informiert hätte. Schrempf: "Man kann eigentlich niemandem einen Vorwurf machen. Da hat es eine Reihe von Missverständnissen gegeben."








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