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    Zuletzt aktualisiert: 07.08.2008 um 17:38 UhrKommentare

    Alpinausbildung am Dachstein

    Immer mehr ausländische Armeen schicken ihre Soldaten zur Alpinausbildung nach Österreich. Viele gehen dabei ans Limit, wie dieser Tage beim Heeresbergführerkurs am Dachstein.

    Die aufgehende Sonne taucht die schneebedeckten Gipfel der Hohen Tauern in leuchtendes Rosa. Jeder Bergfex würde jetzt einfach nur staunend dastehen und den kitschig-prachtvollen Anblick genießen. Aber diese vier Herren zeigen dem rosaroten Alpenpanorama die kalte Schulter. Vor ihnen ragt die Felswand der Gamskarspitze Hunderte Meter senkrecht empor - und ihr gilt jetzt die ganze Konzentration. Noch ein prüfender Blick und schon hantelt sich der Erste gekonnt über die Felsplatten empor. Klick, klick. Mit einem Griff ist der Karabiner am Haken befestigt, das Seil eingelegt, die ersten Höhenmeter gesichert.

    28-wöchige Ausbildung. Heeresbergführer wollen sie werden, die Männer in der Wand. So wie alle zehn Teilnehmer des Felskurses, den das österreichische Bundesheer in den letzten beiden Wochen in Ramsau durchgeführt hat. Dieser Kurs ist nur einer von mehreren, aber der härteste in der 28-wöchigen Ausbildung zum Heeresbergführer. Neben fünf österreichischen Soldaten holen sich auch drei Schweden und zwei Holländer den alpinen Schliff in den Kalkmauern der Dachsteinsüdwand.

    Spezialeinheit. Sven und Ed gehören einer holländischen Spezialeinheit an. Sie brauchen das Alpintraining, weil sie auch nach Afghanistan geschickt werden. "Diese Tour heute war schon am Limit, Schwierigkeitsgrad sechs plus und der Fels ziemlich nass", blickt Sven (26) beim Abstieg voller Respekt zurück. Und erzählt, wie stolz er ist, die Ausbildung in Österreich machen zu dürfen, auch wenn er in seiner Heimat damit fast als Exote gilt. "Die Leute, die sich auskennen, wissen, wie schwer dieser Bergführerkurs ist", parliert er in perfektem Deutsch.

    Hochgebirgsausbildung. Immer mehr ausländische Armeen legen die Hochgebirgsausbildung ihrer Soldaten in die Hände des Bundesheeres mit seinem Kompetenzzentrum in Saalfelden. Obwohl die meisten Gäste gut vorbereitet herkommen, sind nicht alle den hohen Anforderungen gewachsen: Schon nach dem ersten Tag des Felskurses muss ein schwedischer Teilnehmer passen. Er traut sich die schwierige Kletterei nicht mehr zu.

    Sturz ins Seil. Die Ausbilder sind freilich selbst alle Bergführer, die besten jedes Lehrganges. Auf jeden von ihnen kommen bei diesem Kurs ein bis drei "Schüler". Nur so ist es möglich, während der bis zu fünf Stunden langen Klettertouren die Teilnehmer ständig zu beurteilen und ihr Können zu perfektionieren. Ausbildungsleiter Major Christian Jud legt großen Wert darauf, dass seine Schützlinge die Seil- und Sicherungstechniken wie im Schlaf beherrschen. "In der Wand bist du immer im Stress", bläut er ihnen ein. Ein falscher Griff, eine falsche Entscheidung kann lebensgefährlich sein. Unfälle während des Kurses lassen sich trotzdem nicht verhindern. Am Montag stürzte ein Teilnehmer ins Seil und brach sich den Arm. Er musste mit dem Hubschrauber geborgen werden.

    Freundschaften. Was mit Seilschaften am Berg beginnt, setzt sich unter Ausbildern und Schülern schnell in Freundschaften fort. Das spürt man auch in den Gesprächen am Abend in der "Austria-Hütte", die für die Heeresalpinisten zwei Wochen lang Kaserne wird. Wer dabei aber an lange, gesellige Hüttenabende denkt, liegt falsch. In der Stube werden die Klettertouren des verstrichenen Tages analysiert, die des kommenden vorbereitet und Wetterprognosen eingeholt. Und schon bald verschwindet einer nach dem anderen ins Bett. Um 5 Uhr ist Tagwache, um 5.30 Uhr Abmarsch. Dann wird wieder keiner einen Blick für die rosa leuchtenden Tauern-Gipfel haben.

    WILFRIED ROMBOLD

    Fakten

    Pro Jahr treten an die 100 Soldaten die Alpinausbildung an, etwa drei bis vier erhalten jährlich das Abzeichen zum Heeresbergführer. Zuvor muss der "Heereshochalpinist" und der "Heeresbergführergehilfe" gemeistert werden. Insgesamt dauern die Kurse 28 Wochen und erstrecken sich über vier Jahre. Bis dato wurden 328 Soldaten zum Bergführer ausgebildet.

    Fakten

    Das Aufgabengebiet ist weit gestreckt: Der Heeresbergführer führt Soldaten im hochalpinen Gelände, leitet Bergrettungseinsätze, ist Flugretter, sprengt Lawinen und berät Kommandanten. Im Unterschied zum zivilen Bergführer, der touristisch-erlebnisorientiert arbeitet, ist für den Heeresbergführer der "Auftrag" das Ziel. Teile der Ausbildung sind ident.

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