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Zuletzt aktualisiert: 05.04.2011 um 05:27 UhrKommentare

Entlastung für das staugeplagte Ennstal

Salzburg und Oberösterreich machen dicht: Auf Bundesstraßen wird Brummis ein Riegel vorgeschoben. Ennstal wird damit transitfrei.

Lkw über 3,5 Tonnen dürfen über Ennstal und Salzkammergut nicht mehr nach Salzburg und Oberösterreich

Foto © HuemerLkw über 3,5 Tonnen dürfen über Ennstal und Salzkammergut nicht mehr nach Salzburg und Oberösterreich

Die Steh- und Staustrecke Nummer eins in der Steiermark wird nun entlastet: Im Ennstal gilt seit 1. April ein Fahrverbot für den Transit. Erlassen haben die Sperre für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen allerdings die Nachbarbundesländer. Was steirische Bürgerinitiativen seit Jahren fordern, haben Salzburg und Oberösterreich mit einem Handstreich gemacht: Zwischen Mandling und Altenmarkt wurde auf der B 320 ein Fahrverbot für den Transit erlassen. Gesperrt ist die Straße damit für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen, die vom Ausland kommen und ins Ausland fahren. In Oberösterreich ist man noch einen Schritt weitergegangen. Dort darf mit Ausnahme eines regional begrenzten Zirkels überhaupt kein Fahrzeug über 3,5 Tonnen mehr auf der Salzkammergut-Bundesstraße fahren.

Für die Ennstal-Bundesstraße ist es ein Schritt in die richtige Richtung, heißt es nicht nur bei den Bürgerinitiativen. "Auf der Strecke gibt es nach wie vor viele Staus und auch Unfälle. Jeder Lkw, der hier nicht fährt, verbessert die Situation", sind sich viele Ennstaler einig. Und dennoch ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein: "Wir haben rund 2000 Lkw täglich auf der B 320. Auf den Transitverkehr fallen dabei zehn bis 13 Prozent. Diese Fahrzeuge fallen weg, aber damit sind die Staus, vielfach durch den starken Pkw-Verkehr verursacht, noch nicht vorbei. Wir fordern nach wie vor eine leistungsstarke Straße", erklärt etwa Franz Pehab, Wirtschaftskammer-Obmann im Bezirk Liezen.

Seine Kollegen stört vor allem das striktere Fahrverbot in Richtung Oberösterreich. "Diese Sperre ist reiner Schwachsinn", poltert etwa Albert Moder, Fachgruppen-Obmann der steirischen Frächter. Er meint damit das 3,5-Tonnen-Limit im Salzkammergut. Auf der B 145 gilt es ab der Landesgrenze auf dem Pötschenpass.

Kritik an "Ziel und Quelle"

Zwar hat man Quell- und Zielverkehr ausgenommen, doch aus Sicht der Wirtschaft den Bereich zu eng gefasst. "Das Fahrverbot trifft nämlich nicht nur Mautflüchtlinge oder Transport-Lkw, was wir bis zu einem gewissen Grad ja verstehen würden, sondern auch Gewerbebetriebe, die mit größeren Fahrzeugen jetzt nicht mehr auf die Straße dürfen", erklärt Anton Moser, Geschäftsführer der Sparte Verkehr der Wirtschaftskammer Steiermark.

"Limits für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen sind übertrieben. Damit riskiert man, dass Betriebe zwei leichtere Transporter auf den Weg schicken, was auch ökologisch nicht sinnvoll ist."

CHRISTIAN HUEMER

3,5 Tonnage-Limits

Oberösterreich: Gilt auf der Salzkammergut-Bundesstraße B 145 ab dem Pötschenpass. Ausnahme nur für Quell- und Zielverkehr.

Salzburg: Auf der B 320 zwischen Altenmarkt und Mandling für den Transitverkehr.

Mit diesen Verordnungen erübrigen sich Fahrverbote im Ennstal und steirischen Salzkammergut.

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