"Rotes" Ausseerland ist Geschichte
Sämtliche Gemeinden im Wahlbezirk Bad Aussee sind mehrheitlich schwarz. Sieger und Verlierer haben dafür eine Erklärung: Das Spital.
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An uns ist es nicht gelegen." Diesen Satz hat VP-Bundesrat Günther Köberl am Wahlsonntag vermutlich am öftesten gesagt. "Wenn alle so wie wir gewählt hätten, wären wir in der Steiermark Nummer eins." In der Tat konnte die ÖVP im Wahlbezirk Bad Aussee besonders stark zulegen.
Alle fünf Gemeinden des Wahlbezirks haben mehrheitlich schwarz gewählt. "Das ist ein historisches Ereignis, das hat es so noch nie gegeben. Jetzt darf niemand mehr rotes Ausseerland sagen", frohlockte Köberl.
In Bad Aussee verlor etwa die SPÖ mehr als 19 Prozentpunkte, auch Altaussee wurde mancherorts noch schwärzer, als es nach der vergangenen Gemeinderatswahl ohnehin schon war. "Diesmal haben wir sogar im Ortsteil Lupitsch mehr ÖVP- als SPÖ-Wähler verzeichnet", so Bürgermeister Herbert Pichler. Die Stimmung in der Parteizentrale Bad Aussee war entsprechend ausgelassen und am Telefon meldete man sich mit einem neckischen "Willkommen in der schwarzen Hochburg".
"Das Ausseerland schwarz? Da sollen sie sich nur nicht zu früh freuen", gab sich der Bad Ausseer Bürgermeister Otto Marl kämpferisch. Die SPÖ war am Wahlsonntag erst am Abend zusammengekommen. Da war bereits klar, dass Franz Voves die Nase vorne hat. "Dabei war ich so pessimistisch, damit habe ich eigentlich nicht gerechnet. Trotz der Verluste haben wir also etwas zu feiern", stieß Marl mit den Genossen an. In den Gläsern: Sturm, roter natürlich.
Politisches Lehrstück
In einem Punkt sind sich Rot und Schwarz übrigens einig: Es war der Kampf um die Chirurgie beziehungsweise das Spital, der diesmal die Kräfteverhältnisse so stark verschoben hat. "Landesrat Hirt hat extrem ungeschickt agiert. Eigentlich ist das ein Lehrstück in Sachen Politik, wie man es nicht machen soll, wenn das Volk etwas will", so Marl im Rückblick.
Dass die Causa LKH ausschlaggebend gewesen ist, zeigt auch der Zuwachs bei den Grünen: Sie haben in Bad Aussee knapp sieben Prozentpunkte zugelegt. Ein Umstand, der der entscheidendenden Stimme im Landtag für den Erhalt der Chirurgie von Lambert Schönleitner geschuldet sein dürfte. Zuwächse gab es auch für die FPÖ (vier Prozentpunkte) und KPÖ (zwei Prozentpunkte).
Eher unterdurchschnittlich war diesmal allerdings die Wahlbeteiligung: Lediglich 57 Prozent schritten etwa in Bad Aussee zur Urne. Das sind gleich um rund 16 Prozent weniger als bei den Landtagswahlen 2005.











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