Jetzt soll Braunbär Moritz einen Sender bekommen
Seit er aus dem Winterschlaf erwacht ist, hat Braunbär Moritz im Dachsteingebiet mehrere Wildtiere gerissen. Jetzt will man das Tier per Sender überwachen.

Foto © APADer Braunbär ist nicht nur mehr am Berg
Zehn Wildtiere sollen es gewesen sein, die er sich im heurigen Frühjahr geholt hat. Seit Braunbär "J01", alias Moritz, Ende März aus seinem Winterschlaf erwacht ist, sorgt er in der Gegend um Bad Mitterndorf für Gerede. Zumindest die örtlichen Landwirte und Jäger sehen sich durch das Verhalten des achtjährigen Braunbären-Männchens darin bestätigt, dass eine künstliche Ansiedelung weiterer Bären in Österreich nicht in Frage kommen könne.
Inzwischen hat sich Moritz wieder zurückgezogen, ist in den vergangenen Wochen nicht mehr in Erscheinung getreten. Das österreichische Bärenmanagement will das Tier nun mit einem Sender ausstatten. So ließe sich mitverfolgen, wo genau der Bär unterwegs ist. "Im Vorjahr hat es ja unzählige Meldungen von Schafbauern über gerissene Tiere gegeben. Mit einem Sender könnte man einfach überprüfen, ob der Bär tatsächlich in der Nähe war", erklärt Bärenanwalt Jörg Rauer, der auf grünes Licht seitens der steirischen Behörden wartet.
Gefangen und betäubt. Um den Sender an Moritz' Hals anzubringen, muss der Bär gefangen und betäubt werden. "Gerade bei diesem Tier wird das sicher nicht ganz einfach", meint Rauer. Moritz sei sehr gerne im steilen Geländer unterwegs und zudem menschenscheu.
Nicht Abnormal. Dass der Braunbär mehrere Hirsche gerissen hat, sei nichts Abnormales. "Der viele Schnee hat ihm gegenüber dem Wild einen Vorteil verschafft, sonst hätte er ohnehin keinen Erfolg gehabt", ist sich Rauer sicher.
Kritik der Jäger. Die steirischen Jäger bleiben bei ihrer Kritik. Sie fürchten, dass Moritz eines Tages einen Menschen angreifen könnte, der ihn unbewusst beim Fressen der Beute stört.
Features
Die Causa Braunbär
Moritz ist neben seinem Vater Djuro einer der letzten beiden Braunbären, die fix in Österreich leben. Zahlreiche Tiere sind in den vergangenen Jahren verschwunden.
Bärenanwälte und WWF setzen sich für eine aktive Bestandstützung ein, Jäger und Bauern sind dagegen.








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