Lokal teils kuriose Ergebnisse
In einigen steirischen Gemeinden gab es aufgrund von lokalen Besonderheiten teils überraschende Ergebnisse.

Foto © Scheriau
So konnte LH Franz Voves (S) in seiner Wohngemeinde Vasoldsberg im Bezirk Graz-Umgebung offenbar nicht als Zugpferd für seine Partei punkten: Hier verlor die SPÖ kräftig um 13,99 Prozentpunkte auf 22,66 Prozent und muss drei Sitze in der Gemeindestube räumen. Das obersteirische Öblarn bleibt die stärkste BZÖ-Gemeinde, in Bad Radkersburg verlor Langzeit-Listenbürgermeister Peter Merlini seine Mehrheit an eine erstarkte ÖVP.
Fohnsdorf
In der in der Öffentlichkeit zuletzt ins Gerede gekommenen obersteirischen Gemeinde Fohnsdorf - die ÖVP hatte den SPÖ-Bürgermeister Johann Straner wegen der finanziellen Situation der örtlichen Therme massiv unter Beschuss genommen - hielt die SPÖ im wesentlichen, ganz im Gegensatz zu anderen Industriestädten der Mur-Mürz-Furche: In Fohnsdorf sank die SPÖ von 73,76 auf 71,17 Prozent. Die ÖVP verlor leicht von 18,72 auf 18,41 Prozent, ihr verlorener Gemeinderatssitz ermöglichte der FPÖ den Einzug, die KPÖ hielt ihr Mandat. Fohnsdorf kämpft seit Jahren mit Arbeitsplatzproblemen aufgrund von AT&S-Abwanderung und Umstrukturierung bei der HTB.
Öblarn
Im obersteirischen Öblarn - der ersten Kindergeldgemeinde Österreichs - verbuchte das BZÖ zwar sein bestes Kommunalergebnis, verlor dort aber trotzdem die Mehrheit. Die Liste des früheren Bürgermeisters Anton Knerzl (B) verlor ein Mandat auf vier Mandate, hat aber die Genugtuung, dass die FPÖ aus dem Gemeinderat flog. Die ÖVP legte hier massiv um 15,84 Prozentpunkte auf 44,25 Prozent zu und löste das BZÖ als Mehrheitsfraktion (zuvor 33,67, nun 28,54 Prozent) ab.
Bad Radkersburg
In Bad Radkersburg ging eine kleine Ära zu Ende: Bürgermeister Peter Merlini, seit elf Jahren im Amt, verlor mit seiner Namensliste ein Mandat und wurde von der ÖVP - aus der er ursprünglich kommt - überflügelt. Die Volkspartei gewann in der südöstlichsten Stadt Österreichs von 31,75 auf 47,85 Prozent hinzu. In Hartberg, einem der stärksten Bezirke der steirischen Volkspartei, verlor Bürgermeister Karl Pack - eines der Hauptthemen waren missglückte Spekulationsgeschäfte der Gemeinde gewesen - die Absolute von 53,8 auf 48,66 Prozent. Die Opposition profitierte offenbar, der SPÖ glückte ein ganz leichter Gewinn, die Grünen verdoppelten ihre Mandate auf vier.
Fürstenfeld
In Fürstenfeld baute die ÖVP ihre Mehrheit von 47,06 auf die Absolute von 66,49 Prozent aus, die SPÖ brach von 32,37 auf 16,32 Prozent ein. Die FPÖ flog aus dem Gemeinderat, das BZÖ hat hier einen Mandatar. Die Liste "Für Recht auf nationale Zukunft" (FRANZ) des aus dem rechtsextremen Bereich kommenden Franz Radl verlor von 2,49 auf 1,43 Prozent, lediglich 49 von 4.971 Fürstenfeldern stimmten für sie. In der Geburtsgemeinde von Arnold Schwarzenegger, Thal bei Graz, verlor die den Bürgermeister stellende SPÖ von 58,09 auf 54,97 Prozent, die ÖVP legte von 16,48 auf 22,15 Prozent zu. Die hier immer sehr starken Grünen hielten mit 17,94 ihre drei Mandate.








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