Kandidaten haben Farbe bekannt
In Liezen wird die Bürgerliste bunter, die KPÖ kandidiert in schwarzer Gemeinde, Ausser Urgestein probiert's wieder - es bleibt spannend.

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Am Freitag Punkt 13 Uhr endete die Frist zur Listeneinbringung für die Gemeinderatswahl am 21. März, damit steht fest, welche Parteien und Gruppierungen sich in den 51 Gemeinden des Bezirkes um die Wählergunst bemühen.
Überraschungen sind im Endspurt nicht ausgeblieben: Die Liezener Bürgerliste LIEB (Liezener Initiative engagierter Bürger) erhielt Zuwachs aus den Reihen der SPÖ. Werner Rinner, etabliertes SPÖ-Parteimitglied, kandidiert auf dem zweiten Listenplatz. Gemeinderat Heinz Michalka rückte auf Platz drei. "Als bunt zusammen gewürfelte Bürgerliste sind wir Ansprechpartner für alle, die etwas bewegen wollen. Offenbar sieht Werner Rinner dafür bei uns mehr Möglichkeiten. Er ist in sozialen Fragen kompetent und für uns ein Gewinn", sagt Fraktionsführer Gust Singer. Über die prominente Platzierung auf der Liste habe es intern keine Diskussionen gegeben. "Wir sind da sehr offen."
Rinner sieht bei LIEB die Möglichkeit, "meine sozialdemokratische Einstellung beizubehalten und für die Bürger da zu sein und Ideen ohne Parteizwang umzusetzen. Als große Partei habe die SPÖ starre Strukturen, "die kaum aufzubrechen sind". Er wolle aber keinesfalls eine Feldzug gegen die Roten starten: "Es wurde auch in Summe keine schlechte Arbeit gemacht, aber manches doch am Bürger vorbei." Dass ihm von der Bürgerliste auf Anhieb der zweite Listenplatz angeboten wurde, habe ihn überrascht. Die ÖVP tritt wieder mit Rudolf Mayer an, mit einem neuen Spitzenkandidaten wartet die FPÖ auf, ins Rennen geht Rene Wilding, auf Platz zwei Ingrid Hofmann, die als Ein-Frau-Fraktion die FPÖ im Liezener Gemeinderat vertreten hat.
Abspaltung
Mit Überraschungen ist auch die SPÖ Irdning konfrontiert. Der Partei kommt ihr Gemeindekassier Helmut Peer abhanden, er kandidiert an zweiter Stelle auf einer unabhängigen Namensliste. Als Grund nennt er "Unzufriedenheit mit der Partei auf Ortsebene". Spitzenkandidat der Liste ist Johann Bauer, ehemals der ÖVP zugehörig. Auch im Team der Volkspartei selbst gibt's Umbrüche: Der langjährige Vizebürgermeister Josef Manschefski tritt heuer nicht mehr an, ebenso ist auch der parteifreie Kulturreferent Herbert Gschweitl nicht mehr im Team von Bürgermeister Franz Titschenbacher. In Bad Aussee weird heftig um die Verteilung des Kuchens gekämpft, vier Listen wollen je ein möglichst großes Stück. Otto Marl (SPÖ) will seine satte Mehrheit verteidigen, an der Spitze der ÖVP bleibt Fanz Frosch. Die Liste "Narn", ein Zusammenschluss von FPÖ und Grünen ist Geschichte, es wird wieder getrennt marschiert. "Das war eine Narretei", räumt Urgestein Gottfried Hochstetter ein, der sich schon zurückgezogen hatte, jetzt aber für die Grünen ins Rennen geht. Hinter ihm kandidiert die Publizistin Elisabeth Welzig.
Front-Kämpfer der Liste Freiheitliche und Unabhängige ist Hannes Wasner, dahinter Karl Haas. Ebenfalls unter den 20 Gereihten: der ehemalige Loser-Geschäftsführer Wolfhart Hofer und Theresia Wittersheim.
Das BZÖ tritt nur in Gams/Hieflau eigenständig an - gegen den FPÖ-Bürgermeister, in Aich und Öblarn (Anton Knerzl) gibt es BZÖ-nahe Listen. Besonders kurios: Die einzige Gemeinde, in der die KPÖ kandidiert, ist Lassing. Gerangel herrscht auch in Rottenmann, durch den Wechsel von Ex-FPÖ-Mann Helmut Schaupensteiner zu einer eigenen Liste treten in Rottenmann fünf Gruppen an.








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