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Zuletzt aktualisiert: 20.03.2009 um 18:51 UhrKommentare

Blauzungenkrankheit: Impfung sorgt für Diskussion

Nach der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit verendeten bei einem Ennstaler Landwirt drei Tiere. Die Amtstierärzte sprechen von einem Ausnahmefall.

Foto © AP/Sujet

Eigentlich sollte die Impfung gegen die Blauzungen-Krankheit die Landwirte beruhigen. Immerhin werden Rinder, Schafe und Ziegen gratis gegen diese Tierseuche geimpft. Allerdings scheiden sich bei den Nebenwirkungen der Impfung die Geister. Manche Landwirte berichten von heftigen Reaktionen der Tiere nach der Impfung. In der Südsteiermark haben etwa bis zu 20 Prozent der Landwirte die - gesetzlich vorgeschriebene - Impfung abgelehnt und nehmen dafür lieber eine Verwaltungsstrafe über 4000 Euro in Kauf.

Gesprächsstoff. Nun gibt es auch im Ennstal einen Fall, der in Landwirtschafts-Kreisen für Gesprächsstoff sorgt. Bei Karl Griesebner in Untergrimming wurden Mitte Februar 39 Schafe geimpft. "Die Tiere waren darauf völlig apathisch und matt, haben sich niedergelegt und hatten Durchfall. Obwohl durch den Amtstierarzt diese Symptome bekämpft wurden, sind letztlich drei Schafe verendet, einige trächtige Tiere haben verworfen oder die Lämmer nur einen Tag gelebt. Insgesamt habe ich so elf Tiere verloren", erklärt Griesebner. Die anderen Tiere hätten rund 14 Tage gebraucht, bis sie wieder normal gefressen bzw. so wie früher gewesen seien.

Öblarner Schafbauerntag. Der Fall sorgt in Bauernkreisen auch insoferne für Diskussion, weil in einer Woche der Öblarner Schafbauerntag samt steirischer Landesschafschau über die Bühne geht. Mit "matten" Schafen nach der Impfung will dort kein Landwirt aufkreuzen. Andererseits: wer seine Tiere nicht impfen hat lassen, darf dort laut Gesetz mit den Schafen überhaupt nicht hinkommen - es besteht nämlich ein Verbringungsverbot.

Für die beiden Amtstierärzte der Bezirkshauptmannschaft Liezen ist das aber nicht die Regel: "Wir haben tausende Tiere geimpft und es hat überhaupt keine Probleme gegeben", erklärt Robert Gruber und Herbert Feuchter. Er hat auch die Impfung im Fall Griesebner übernommen. "Das war ein absoluter Einzelfall - ich habe noch am selben Tag mit dem gleichen Serum andere Tiere geimpft. Dort gab's nirgendwo Schwierigkeiten."

Immunsystem. Die bisherigen Laboruntersuchung lassen darauf schließen, dass die Tiere an einer Bakterien-Infektion verendet seien. Dabei ist es möglich, dass die Impfung das begünstigt hat. Gruber: "Jede Impfung fordert das Immunsystem. So ein Zwischenfall ist für den einzelnen Betroffenen tragisch, im Verhältnis kommt er aber nur eins zu 10.000 Mal vor." Für den Bauer gibt es eine Entschädigung laut Tierseuchegesetz für die verendeten Schafe.

CHRISTIAN HUEMER

Fakten

Im November 2008 wurde der erste Fall der Blauzungenkrankheit in Österreich angezeigt, bisher sind rund 20 Fälle bekannt.

Die Viruserkrankung wird von Insekten auf Wiederkäuer übertragen, ist für den aber Menschen nicht gefährlich, auch Produkte infizierter Tiere sind unbedenklich.

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