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Zuletzt aktualisiert: 22.06.2012 um 14:19 UhrKommentare

Situation in der Obersteiermark entspannt sich langsam

Schwere Unwetter haben in den steirischen Bezirken Liezen, Murtal, Leoben und Bruck/Mur schwere Schäden verursacht. Während sich die Situation in der Obersteiermark nach den schweren nächtlichen Unwettern in den späten Vormittagsstunden des Freitags langsam entspannt hat, gab es vor allem auf der Pyhrnautobahn (A9) Probleme.

Werner Maurer aus Kapfenberg hielt die Zerstörung durch das schwere Unwetter fest

Foto © Leser-Reporter Werner MaurerWerner Maurer aus Kapfenberg hielt die Zerstörung durch das schwere Unwetter fest

Während sich die Situation in der Obersteiermark nach den schweren nächtlichen Unwettern in den späten Vormittagsstunden des Freitags langsam entspannt hat, gab es vor allem auf der Pyhrnautobahn (A 9) Probleme. Bereits am Donnerstagabend war es auf de A 9 zu zwei Verkehrsunfällen gekommen. Zwei Grazer waren mit ihren Fahrzeugen ins Schleudern geraten und von der Fahrbahn abgekommen. Am Freitag war auf der Pyhrnautobahn wegen Vermurungen in Fahrtrichtungen Süden nur eine Spur passierbar, Staubildung war die Folge. Auch die zweigleisige Eisenbahnstrecke über den Schoberpass war lediglich eingleisig befahrbar.

Laut Oberstleutnant Joachim Huber von der Sicherheitsdirektion Steiermark waren am Vormittag von fast 350 evakuierten Menschen aus dem Raum Hohentauern und Trieben noch etwa rund 100 im Freizeitheim in der Schule Trieben untergebracht. "Die Menschen können noch nicht zurück, weil ihre Wohnbereiche noch nicht freigegeben sind", so Huber zur APA.

Die Palten-Liesingtalstraße (B 113) war nahezu unbehindert benützbar, nur im Bereich Au gab es auf einer Länge von 100 Metern Schlamm zu beseitigen. Gröbere Schwierigkeiten gab es hingegen auf der B114 über den Triebener Tauern: "Hier haben wir auf 800 bis 1.000 Meter Schlamm und Geröll auf der Straße. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Räumung", berichtete Huber.

Zu Spitzenzeiten waren rund 340 Mann von mehreren Feuerwehren mit 50 Fahrzeugen, mehr als 60 Polizisten aus drei Bezirken sowie viele private Helfer mit schwerem Gerät (Bagger, Traktoren, Radlader) im Einsatz. Das Bundesheer war mit drei Hubschraubern aus Aigen im Ennstal an Ort und Stelle, um mit den Bürgermeistern und Geologen Erkundungsflüge zu absolvieren. Für Freitagmittag wurde Landeshauptmann Franz Voves (S) im Unwettergebiet erwartet. In zehn Gemeinden herrscht weiterhin Katastrophenalarm.

Bundesheer angefordert

In den Abendstunden des Donnerstags war nach heftigen Gewittern mit Starkregen für mehrere Gemeinden in den Bezirken Liezen, Murtal, Leoben und Bruck/Mur Katastrophenalarm gegegen worden. Allein im Bezirk Liezen waren mit Schwerpunkt in Trieben, Gaishorn und Treglwand über 300 Feuerwehrkräfte u.a. mit 20 Baggern und anderem Räumgerät sowie 70 Helfer des Roten Kreuzes im Einsatz. In Au bei Gaishorn war der Einsatzstaben und ein Betreuungslager eingerichtet worden. Hubschrauber des Bundesheeres flogen am Freitagvormittag die betroffenen Hänge ab.

In der Nacht und am Vorabend hatten sich an mehreren Stellen dramatische Szenen abgespielt. In Kapfenberg wurde ein Ehepaar, das im überfluteten Keller eingeschlossen war, durch Feuerwehrtaucher befreit, zehn Bewohner eines Ortsteils von Treglwang wurden mittels Radlader evakuiert, Bei Gußwerk nahe Mariazell gab eine Holzbrücke nach, wodurch eine Wallfahrerin abstürzte und schwer verletzt wurde. Vor allem im Bezirk Liezen wurde von den Einsatzkräften von "Weltuntergangsstimmung" gesprochen.

Auch im Bezirk Harberg kam es in den Abendstunden vereinzelt zu starken Regenfällen und Murenabgängen. Betroffen war unter anderem die Gemeinde St. Kathrein am Offenegg, wo ein Murenabgang die L 353 mit Schlamm überschüttete. Viele Straßen im Stadtgebiet von Hartberg und in den Ortsverwaltungsteilen Habersdorf, Safenau und Eggendorf waren durch umgestürzte oder entwurzelte Bäume blockiert. 156 Feuerwehrfrauen und Männer und 26 Fahrzeuge kämpften im Bezirk Hartberg gegen die Wassermassen. Die L 385 im Gemeindegebiet von Großstübing musste wegen Überflutungen gesperrt werden.

5 Millionen Euro Schaden in der Landwirtschaft

Schwere Hagelschäden wurden auch aus den Bezirken Feldbach, Hartberg, Mürzzuschlag und Weiz gemeldet. Die Hagelversicherung bezifferte dies am Freitag mit 4,4 Millionen Euro. Betroffen waren vor allem Ackerkulturen, Gemüse, Obst, Wein, Grünland und Glashäuser. Allein in der Steiermark waren es 10.000 Hektar.


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