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Zuletzt aktualisiert: 31.03.2012 um 21:00 UhrKommentare

Nicht immer brennt es, wenn die Sirene geht

Die Wehren im Bezirk kämpfen nicht nur gegen das Feuer, sondern auch gegen viele Fehl- und Täuschungsalarme. Eine Änderung im Ablauf sorgt dafür, dass nun jeder Alarm "scharf" ist.

Gerhard Pötsch mit Zivildiener Christoph Hentschel in der Leitstelle: Hier werden jährlich mehr als 1000 Einsätze der 96 Wehren im Bezirk disponiert

Foto © HuemerGerhard Pötsch mit Zivildiener Christoph Hentschel in der Leitstelle: Hier werden jährlich mehr als 1000 Einsätze der 96 Wehren im Bezirk disponiert

Die Uhr zeigt zwei Uhr in der Früh. Sirenen heulen, auch die Pager schlagen an. Brandalarm in einem Kaufhaus im Bezirk. Raus aus den Federn, die Feuerwehrleute düsen ins Rüsthaus. Rein in die Rüstung, aufsitzen, ab die Post. Nach 500 Metern Blaulichtfahrt kommt die Info über Funk: Fehlalarm.

Solche Szenen passieren im Bezirk immer öfter. Etwa jeden zweiten Tag gibt es statistisch einen Fehl- oder auch Täuschungsalarm. Ausgelöst werden sie durch Brandmeldeanalgen, die in Industrieunternehmen, Betrieben, Hotels, Internaten und anderen Einrichtungen vorgeschrieben sind. Die Einsatzleitstelle des Bezirkes, der so genannte "Florian", hatte bis vor einiger Zeit eine Rückrufoption eingeräumt: Telefonisch konnten Betroffene Bescheid sagen, dass es sich um einen Fehlalarm handelt. Erst wenn sich nach kurzer Frist niemand meldete, wurde die Feuerwehr alarmiert.

"Das ist nicht mehr möglich, denn im Ernstfall zählt natürlich jede Minute, es geht dabei auch um rechtliche Gründe. Wir mussten außerdem im Alarmierungsablauf (siehe Bericht rechts) etwas umstellen, die Rückrufoption gibt es jedenfalls nicht mehr", erklärt Gerhard Pötsch, oberster Feuerwehrmann im Bezirk.

Bereitschaft nimmt ab

In der Praxis steht man damit allerdings vor einem anderen Problem: Die Ausrückungsbereitschaft nimmt mit jedem Fehlalarm massiv ab. "Wenn zwei Mal in der Nacht umsonst die Sirene heult, kommt beim dritten Mal niemand mehr. Das System ist auf Freiwilligkeit aufgebaut."

Betroffene Kommandanten können ein Lied davon singen. "Gerade wenn in der Nacht alarmiert wird, ist oft nachher an Schlaf nicht mehr zu denken. Das ist eine Belastung", erklärt der Liezener Feuerwehrkommandant Reinhold Binder. Auch der Altausseer Kommandant Werner Fischer kennt das. "Uns fehlen im Ernstfall die Leute, wenn es zu viele Fehlalarme gibt." Wobei die meisten genau genommen Täuschungsalarme seien. "Die Brandmelder schlagen richtig an, sind aber oft falsch montiert oder schlecht gewartet."

Ursache sind dann oft die unglaublichsten Zufälle: "Durch eine Spiegelung wurde jeweils am Nachmittag eine Stelle in einem Gebäude so erhitzt, dass ein Brandmelder anschlug. Das konnten wir lösen", so Fischer. In Liezen schlug bei einem Geschäft regelmäßig ein Brandmelder an - bis man draufkam, dass ausschließlich rückwärts einparkende Autos durch die Abgase schuld daran waren.

"Wir bieten als Feuerwehr das Service, dass wir uns die Anlagen genau ansehen. Ein Anruf genügt", so Pötsch, der auch zur Besichtigung der Leitstelle einlädt. Infos: Tel. (0 36 12) 22 322.

CHRISTIAN HUEMER

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