Drei-Länderfront gegen Schließung
Die Steiermark verbündet sich jetzt mit Salzburg und Oberösterreich gegen die Österreichischen Bundesbahnen. Mit diesem Schulterschluss protestieren die Länder gegen die geplante Streichung von Direktverbindungen.

Foto © Marija Kanizajas Aus für drei Züge Graz–Salzburg sorgt, besonders in der Obersteiermark, für weitere Proteste
Der Dezember rückt näher und damit die Fahrplanumstellung bei den ÖBB. Ein trauriges Datum für die Steiermark, wie es im Moment aussieht. Es bedeutet das Ende des Zweistundentaktes zwischen Graz und Salzburg und die Fortsetzung der Ausdünnung von Zugverbindungen in die Landeshauptstädte. Auch nach Innsbruck führt dann nur mehr ein Direktzug.
Petitionen und Proteste haben bisher zu keiner Kursänderung geführt. Allerdings geben die Steirer nicht auf - und stellen der Bahn, quer durch Parteien und Ränge, einen Baum auf.
Heute trifft Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann (FP) auf seine Amtskollegen von Salzburg und Oberösterreich, Wilfried Haslauer (VP) und Hermann Kepplinger (SP), um "den gemeinsamen Willen zu demonstrieren", das Angebot zu halten bzw. wieder zu verbessern. "Den massivsten Widerstand gegen den Kahlschlag gibt es in Liezen", weiß Kurzmann-Sprecherin Anja Schöggl. Wenn zwischen Graz und Salzburg statt derzeit sechs nur noch drei Direktzüge verkehren, zerstöre dies das "integrierte System von Fern- und Nahverkehr entlang der Strecke", erklärt Werner Reiterlehner, Experte des Landes. Den Knoten Liezen als Verteiler für den Busverkehr würde dies nachhaltig zerstören und das Land müsste die Zahlungen für den Nahverkehr an die ÖBB - 19 Millionen Euro 2011 - ernsthaft hinterfragen. Andererseits ist das Land bereit, sich an der Vermarktung des Zweistundentaktes zu beteiligen - vorausgesetzt freilich, dieser bleibt.
Die Jungsozialisten halten heute ab 16 Uhr beim Bahnhof Liezen eine Trauerfeier für den IC 514 Graz-Salzburg ab. Bereits davor stellen Ewald Persch, Elisabeth Hakel und Johanna Köberl, drei SPÖ-Politiker aus der Region, ihre Forderungen vor. "Wenn Intercity-Züge wegfallen, muss der Regionalverkehr gestärkt werden", sagt Persch.
Die ÖBB begründen die Streichung mit mangelnder Auslastung und Wirtschaftlichkeit. Der Deutschen Bahn geht es da besser: Die DB führt in Kooperationen mit den ÖBB und dem Steiermark-Tourismus täglich zwei Züge von Frankfurt und Saarbrücken nach Graz und "ist mit der Auslastung über Gebühr zufrieden", erklärt Tourismus-Chef Georg Bliem: "Die ÖBB sollten mehr überregionale Züge anbieten, dann wäre die Auslastung auch besser. Die Chance ist die Internationalität." Die Tourismusbetriebe im Ennstal werden ebenfalls Leidtragende der Streichungen sein.









