Gerfried Göschl hat das Ziel vor Augen
Gerfried Göschl steht kurz vor dem Gipfelsieg auf dem Gasherbrum I. Der Alpinist im Exklusiv-Interview.
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Seit Mitte Jänner belagert der Liezener Gerfried Göschl bereits diesen Berg. Gemeinsam mit seinen Alpin-Kollegen Louis Rousseau und Alex Txikon wartet er derzeit im Basislager des 8080 Meter hohen Gasherbrum I (Hidden Peak) auf besseres Wetter. Sobald sich der Himmel lichtet, wird die Dreischaft aufbrechen. Und wenn das Experiment Gipfelsieg gelingt, sind Göschl und seine Mannen die ersten Menschen, die es jemals im Winter auf einen 8000er im Karakorum geschafft haben. Wir erreichten Göschl im Basislager.
Wie geht es Ihnen?
GÖSCHL: Es ist zach, saukalt und wir haben schon leichte Verfallserscheinungen.
Was sehen Sie zurzeit?
GÖSCHL: Es ist weiß. Man sieht nichts. Windböen mit 80 km/h, auf dem Gipfel 140 km/h. Das ist seit drei Wochen so. Eine fast durchgehend geschlossene Wolkendecke.
Und trotzdem wollen Sie jetzt hinauf?
GÖSCHL: Charly Gabl, der Meteorologe aus Tirol, hält uns auf dem Laufenden. Am Sonntag soll es aufreißen und dann geht's rauf.
Ein leichtes Spiel?
GÖSCHL: Gar nicht. Wir haben unser Hochlager auf 6300 Metern errichtet. Darüber befindet sich eine 500 Meter hohe Wand. Blankes Eis. Wenn wir die schaffen, schaffen wir auch den Gipfel.
Wie hoch waren Sie schon?
GÖSCHL: Höher als 6300 ging's nicht.
Wenn Sie es jetzt nicht schaffen, versuchen Sie es noch einmal?
GÖSCHL: Wir müssen es jetzt schaffen. Ich habe mich das letzte Mal am 21. Jänner gewaschen. Stecke immerfort in denselben Kleidern.
Was ist Ihr Antrieb kurz vor dem Gipfel?
GÖSCHL: Ich habe einen Turbo, denn ich habe Bilder von meiner kleinen Tochter bekommen und vermisse meine Familie sehr. Ich will endlich wieder nach Hause.









