Der City-Bus in Liezen ist am Ausrollen
Der jährliche Abgang wird mit 80.000 Euro beziffert. Das Ende des Schuljahres ist zugleich das Aus für den Bus, es soll Alternativen geben.
Es ist bereits beschlossene Sache: Der Liezener City-Bus - eingeführt im Jahr 1997 - wird mit Ende des Schuljahres im Juli eingestellt. Alle Fraktionen des Gemeinderates haben sich einstimmig für diese (Spar)Maßnahme ausgesprochen. Bürgermeister Rudolf Hakel begründet: "Die Stadtgemeinde muss den jährlichen Abgang von über 80.000 Euro zur Gänze aus der eigenen Kasse bedecken, auf Dauer ist das unmöglich." Vor allem auch deshalb, weil die Frequenz sehr gering sei, "die treuesten und besten Fahrgäste sind die Schüler, doch dafür war der Bus ursprünglich nicht gedacht", so Hakel.
Die Grundidee war, wenig mobilen Menschen, in erster Linie älteren Bewohnerinnen und Bewohnern, beschwerliche Wege zu ersparen, etwa zum Einkaufen oder für Arztbesuche. "Aus dieser Zielgruppe gibt es zwar einige Stammgäste, die den Bus regelmäßig nutzen, aber die Auslastung ist schlecht", so Hakel. Die Analyse eines 14-tägigen Beobachtungszeitraumes habe ergeben, "dass 40 Personen mit dem Bus mehrfach, regelmäßig oder auch nur sporadisch unterwegs waren", so Hakel.
Protest
In einem Flugblatt protestieren Bürger gegen die Einstellung. Es würden jene Personen über die Einstellung abstimmen, die auf das Angebot nicht angewiesen sind, lautet ein Kritikpunkt, es sollten andere Einsparungspotenziale ausgeschöpft werden, heißt es in Richtung der Stadtpolitiker. Der Gegenvorschlag lautet: "Es sollte über die Einbindung von Nachbargemeinden in das Liniennetz nachgedacht werden." Um eine stärkere Auslastung zu erreichen, seien "bedarfsorientierte Strecken- und Haltestellenführung notwendig". Derzeit gibt es keine Anzeichen, dass der Gemeinderat von dem gefassten Beschluss abweichen könnte.
Aber Bürgermeister Rudolf Hakel verspricht Ersatz: "Ein örtliches Taxiunternehmen wird am Vormittag und Nachmittag zweimal die Runde wie bisher fahren, zusätzlich kann das Taxi individuell angefordert werden." Die Kosten dafür seien gleich hoch wie für ein Ticket des öffentlichen Verkehrs, die Differenz zahle die Gemeinde. Für Mindestpensionisten werden Zuschüsse in Aussicht gestellt. "Damit ist die Mobilität gewährleistet, und die Stadt kann die Kosten auf ein Drittel reduzieren", so Hakel. Für März ist eine Info-Veranstaltung geplant.







