Scherzbold löst per Notruf Großeinsatz aus: Anzeige
Vorige Woche schlug Jugendlicher wegen Unfall in Tunnel Alarm. Ein Scherz mit Folgen - der Obersteirer wurde ausgeforscht.

Foto © Helmut Weichselbraun/SujetDer Obersteirer wollte beobachten, wie ein Großeinsatz abläuft
Vergangenen Montag hatte ein 16-Jähriger aus Rottenmann den Spaß noch auf seiner Seite. Er wählte den Notruf und löste bei der Bezirksstelle des Roten Kreuzes in Liezen einen Großeinsatz aus. "Er rief wegen eines Lkw-Unfalls mit Schwerverletzten auf dem Zubringer zwischen Selzthal-Tunnel und Liezen an", so ein Beamter der Autobahnpolizei Trieben. Als Rotes Kreuz, Feuerwehr und Polizei mit einem Großaufgebot am Einsatzort angekommen waren, entpuppte sich der Notruf als Scherz.
Wertkartenhandy
Nun wurde der Anrufer, der unter falschem Namen von einem Wertkartenhandy aus angerufen hatte, ausgeforscht. Als Motiv gab der 16-jährige Arbeitslose an, unbedingt einmal einen großen Einsatz miterleben zu wollen. Das Lachen dürfte dem Jugendlichen jetzt aber vergehen: Wegen vorsätzlichen Verstoßes gegen das Notzeichengesetz wird er angezeigt. Eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe von bis zu 360 Tagsätzen drohen.
Scherzanrufe bei Einsatzorganisationen kommen selten vor. "In Graz haben wir pro Jahr ein bis zwei solcher Einsätze", heißt es aus der Funkleitstelle der Grazer Polizei. Häufiger vorkommen würden aber unbeabsichtigte Notrufe, etwa wenn Kleinkinder mit Handys spielen. Auch bei Rotem Kreuz und Feuerwehr sind falsche Notrufe selten. Womit Scherzbolde nicht rechnen: Beim Notruf scheint auch bei Anrufen mit unterdrückter Nummer der Anschluss auf.








