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Zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 um 10:15 UhrKommentare

Deutsches Lawinenopfer in Innsbrucker Klinik gestorben

Eine Variantenabfahrt am Pitztaler Gletscher ist einem deutschen Urlauber am Sonntag zum Verhängnis geworden. Auch in der Obersteiermark und in Kärnten gab es am Wochenende zwei Lawinenopfer.

Foto © APA

Der aus Baden-Württemberg stammende Tourist hatte bei der Abfahrt einen 37-jährigen Landsmann geführt, der bei dem Lawinenabgang unverletzt blieb. Der Deutsche starb in der Nacht auf Montag nach Angaben der Polizei in der Innsbrucker Universitätsklinik.

Die zwei Deutschen waren im freiem Schiraum im Bereich Hinterer Brunnkogel in Richtung Mittelbergferner unterwegs. Der Schiführer fuhr voraus und gab Anweisungen zum Abfahren. Nach einem kurzen Halt oberhalb der sogenannten Blattrinne fuhr er in diese steile Rinne ein und hielt am unteren Ende und forderte den 37-Jährigen auf, nachzukommen. Als dieser in die Geländerinne eingefahren war und nur wenige Schwünge gemacht hatte, löste sich die 30 Meter breite Schneebrettlawine, die die Variantenfahrer 300 Meter mitriss und den Schiführer verschüttete.

Dem 37-Jährigen gelang es, einen Notruf abzusetzen, den Verschütteten zu orten und aus den Schneemassen zu befreien. Er wurde am Unglücksort reanimiert und in die Klinik nach Innsbruck geflogen, wo ihm die Ärzte aber nicht mehr helfen konnten.

Ein Wochenende der Lawinen, der Suche nach Verschütteten und Vermissten in weiten Teilen der österreichischen Alpenregion: Trotz heftigster Warnungen der Experten waren auch Samstag und Sonntag wieder zahlreiche Wintersportler abseits der Pisten unterwegs und lösten dabei mehrere Lawinen aus. Seit Donnerstag starben in Österreich zumindest acht Personen unter den Schneemassen.

Steirer tot geborgen

Die verschärfte Situation hatte bereits am Freitag einen 39 Jahre alten obersteirischen Tourengeher das Leben gekostet. Der Mann war seit Freitagnachmittag nach einer Schitour auf das Große Bärneck (2.071 Meter Seehöhe) bei Donnersbachwald im Bezirk Liezen vermisst gewesen. Er konnte am Sonntag von den Suchkräften nur noch tot geborgen werden, so der Einsatzleiter der Alpinpolizei zur APA. Der Steirer - ein erfahrener Tourengeher - dürfte bei der Abfahrt von einer Lawine erfasst und verschüttet worden sein. Die Leiche des Mannes wurde von einem Hubschrauber des Innenministeriums ins Tal geflogen.

Drei Verschüttete

Bei Lawinenabgängen in Obertauern und Mittersill wurden am Samstag insgesamt drei Menschen mitgerissen, dank guter Ausrüstung überlebten aber alle die Unfälle.

In Tirol hat es bei heftigen Warnungen der Lawinenexperten des Landes am Wochenende zahlreiche Lawinenabgänge gegeben. Der folgenreichste Zwischenfall ereignete sich am Arlberg, wo eine Norwegerin verschüttet wurde, aber geborgen und reanimiert werden konnte. Sie wurde am Samstagabend in die Innsbrucker Universitätsklinik verlegt und befand sich dort am Sonntag nach Angaben der Mediziner in "sehr, sehr kritischem Zustand". Die vierköpfige Gruppe von Tourengehern aus Norwegen war im freien Schiraum beim Rendl oberhalb von St. Anton am Arlberg in Richtung Moostall von der Lawine erfasst worden. Die Touristen waren trotz Schlechtwetters unterwegs gewesen. In der Region herrschte erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3 auf der fünfteiligen Skala).

Todesopfer in Kärnten

Sonntagnachmittag gab es dann auch Alarm in Kärnten. Bei einem Lawinenabgang auf dem Nassfeld (Bezirk Hermagor) in Kärnten wurde ein 28 Jahre alter Mann verschüttet und getötet. Der Student aus Hermagor war zusammen mit Freunden abseits der Pisten im Gelände unterwegs gewesen, er dürfte das Schneebrett selbst ausgelöst haben und wurde gegen einen Baum geschleudert. Trotz des raschen Eintreffens der Einsatzkräfte am Unfallort blieben Reanimationsversuche erfolglos, der Mann starb noch an der Unfallstelle.

Auch am Ankogel rutschte eine 50 Meter breite Lawine im Bereich der Mittelstation auf eine Schipiste. Dabei wurden aber keine Personen vermisst gemeldet, die routinemäßigen Suchmaßnahmen wurden daher am Abend eingestellt.

Ein Opfer in Vorarlberg

Fünf Lawinenabgänge mit einem Todesopfer am Donnerstag hatten die Wintersportler in Vorarlberg am Freitag und an diesem Wochenende offenbar vorsichtiger sein lassen. Bis auf den Abgang eines Schneebretts auf eine Straße im Bregenzerwald am Samstag, bei dem niemand verschüttet wurde, waren bis zum Sonntagnachmittag keine weiteren Lawinenabgänge zu vermelden. Die Vorarlberger Landeswarnzentrale empfahl Unerfahrenen dringend, auf den gesicherten Pisten zu bleiben.

Überlebt

In Mittersill (Pinzgau) traten ein 34-jähriger Deutscher und eine 29-jährige Schwedin, die sich verirrt hatten, ein Schneebrett los und wurden rund 250 Meter mitgerissen. Der Mann blieb dank eines Airbags an der Oberfläche und konnte seine Begleiterin ausgraben

Glück im Unglück hatte ein einheimischer Schilehrer am Sonntagnachmittag in Lech am Arlberg, als er im freien Schigelände mit seinem Snowboard von einer Lawine rund 300 Meter mitgerissen wurde. Er konnte sich an der Oberfläche der Schneemassen halten und blieb außer Abschürfungen und Prellungen nahezu unverletzt. Auch in Mellau (Bregenzerwald) ging nach Angaben der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) am Sonntagnachmittag eine Lawine ab. Das Schneebrett löste sich kurz nach 16.00 Uhr im Bereich der Wannenalpe. Zu Verschütteten lagen vorerst noch keine Angaben vor, die Bergrettung war auf dem Weg zum Lawinenkegel, hieß es. Auch zwei Hubschrauber beteiligten sich an dem Einsatz, der durch Nebel erschwert werde.


Kommentar

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Weitere Unfälle

In den Tuxer Voralpen am Wattenberg wurden deutsche Schitourengeher verschüttet . Eine Urlauber wurde dabei verletzt, hieß es auf der nahe gelegenen Lizumer Hütte.

Im Gebiet des Venet-Schigebietes bei Zams im Bezirk Landeck wurden am Samstagnachmittag ebenfalls zwei Personen - nach ersten Informationen Einheimische - verschüttet. Beide Schitourengeher - Vater und Sohn - wurden leicht verletzt. Auch dieses Unglück ereignete sich im freien Schiraum.

Weitere Lawinenunglücke ereigneten sich am Sonntag in den Kitzbühler Alpen, in Reith bei Seefeld und im Pitztal.

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