Bistro nicht am Sonntag
Nach Protesten der Gewerkschaft sagte Spar die geplante Sonntagsöffnung des vorgelagerten Shops im Supermarkt gestern wieder ab.

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Es war der Aufdruck auf Kassenbons, der Kunden hellhörig machte: "Neu!! Neu!! Neu!!! Ab 3.1. 2010 Sonn- und Feiertags von 7 bis 12 Uhr geöffnet! Wir freuen uns auf Ihr Kommen", lautete die Botschaft an jene, die in den vergangenen Tagen ihre Einkäufe bei Eurospar Liezen tätigten. Offiziell aufgesperrt hätte aber nicht der eigentliche Markt, sondern das vorgelagerte Bistro/Cafe werden sollen. Mit der Betonung auf hätte, den Spar blies die geplante Eröffnung gestern nachmittag kurzerhand wieder ab. Der Grund: Nachdem auch die Gewerkschaft Wind von der Sache bekommen hatte, liefen die Telefone zwischen Spar-Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretung heiß. "Das ist nichts anderes als die Einführung der Sonntagsöffnung durch die Hintertüre", erklärte Gerda Bacher, als Gewerkschafterin zuständig für die Handelsangestellten und AK-Vizepräsidentin. "Das Bistro ist vom Markt baulich nicht getrennt und es glaubt wohl niemand daran, dass ein Kunde daran gehindert wird, wenn er sich auch Waren aus dem Geschäft holt. Und dann sind wir beim Sonntags-Einkauf mit allen negativen Auswirkungen auf die Beschäftigten, vorwiegend Frauen mit Kindern." Bacher kündigte massiven Widerstand der Gewerkschaft an.
Positiver Bescheid
Dazu wird es aber nicht kommen, denn Spar-Geschäftsführer Erwin Schmuck zog die Pläne gestern zurück: "Wir haben ein sehr gutes Einvernehmen mit der Gewerkschaft und der Kammer, arbeiten gut zusammen und das soll auch so leiben. Daher haben wir uns entschlossen, das Bistro am Sonntag nicht aufzusperren." Schmuck gesteht auch ehrlich ein: "Natürlich hätten wir nicht ausschließen können, dass auch Waren aus dem Markt mitgenommen werden." Für die Bistro-Öffnung sei ordnungsgemäß beim Land angesucht worden: "Und wir haben auch einen positiven Bescheid, wir dürften aufsperren", so Schmuck. Auf dieses Recht wolle man nun aber verzichten. Generell stehe Spar zur Sonntagsruhe: "Wäre am Sonntag alles offen, würde das unser aller Lebensqualität verschlechtern", ist Schmuck überzeugt. An den erlaubten Tankstellen-Shops und Geschäften bei Bahnhöfen und Flughäfen sei aber die Nachfrage zum Einkauf außerhalb regulärer Zeiten ersichtlich. Und: "Mitten in Mariazell, vor den Augen der Kirche, hat ein Mitbewerber sechs Monate im Jahr geöffnet - warum das?", verpackt Schmuck einen kleinen Seitenhieb in eine rhetorische Frage.







