Steirischer Fußballverband verordnet Rauchverbot
Die Zeiten, in denen Fußball-Trainer während der Spiele rauchen durften, sind in der Steiermark vorbei. In den Stadien herrscht Rauchverbot - die Zuschauer sind jedoch nicht betroffen.

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Die Raucher-Debatte geht auch am Fußball nicht spurlos vorüber. Der Steirische Fußballverband hat in dieser Saison ein generelles Rauchverbot in den Stadien (vom U7-Nachwuchs bis zur Regionalliga) erteilt. Zuseher brauchen aber keine Angst haben, es geht nur um den Innenbereich des Stadions, die sogenannte technische Zone, in der sich Spieler, Trainer und Funktionäre aufhalten.
Warum es zu dieser Auflage gekommen ist, erklärt Thomas Nußgruber, Geschäftsführer des Steirischen Fußballverbandes: "Sport steht für Gesundheit. Wir wollen im Fußball ein Zeichen für die Jugend setzen." Der Strafrahmen ist nicht ohne: Trainer erhalten zwischen 50 und 2000 Euro Strafe, Funktionäre können gar bis zu sechs Monate gesperrt werden.
Schlupflöcher gesucht
Es überrascht wenig, dass die Aufregung groß ist. Obwohl die Anzahl der Nichtraucher in der Regional- und Landesliga hoch ist, gibt es doch einige "Opfer". Fehring-Trainer Hubert Kulmer, der "ungefähr zehn Zigaretten pro Spiel" raucht, nimmt die Verordnung mit Bauchweh hin: "Das ist gut für meine Gesundheit. Schwierig wird es aber sicher werden. Vielleicht sollte ich für den Notfall Schlupflöcher suchen." Diese gibt es, noch dazu ganz offiziell. "Man kann sich beim Schiedsrichter abmelden, hinter die Zuschauerabsperrung gehen, eine Zigarette rauchen und wieder zurückkommen. Das ist erlaubt", klärt Nußgruber auf.
Weniger lustig findet die Verordnung Stefan Knapp, der Coach von Liezen. "Ich rauche eine Schachtel pro Spiel. Nur weil es jetzt eine Modeerscheinung ist, Raucher zu schikanieren, wird es auch im Fußball gemacht. Ich würde es akzeptieren, wenn es sich um Profis handeln würde. Aber wir sind Amateure, da ist es übertrieben." Nicht nur Trainer müssen verzichten: Auch Funktionäre, die auf der Bank Platz nehmen, sind betroffen.
Flucht von der Bank
Einer davon ist Helmut Löscher, Sportlicher Leiter von Kalsdorf. "Es ist unsinnig, was da erwachsenen Menschen vorgeschrieben wird. Als Kind dachte ich, ich darf mehr tun, wenn ich älter bin. Da habe ich mich jetzt getäuscht. Ich halte es auf der Bank ohne Zigarette nicht aus. Deshalb werde ich mich dort nicht mehr hinsetzen." Glücklich ist Löscher mit der Entscheidung nicht: "Funktionäre, die mit Leib und Seele dabei sind, werden so schikaniert. Damit tut man dem Fußball nichts Gutes."
Worüber alle erfreut sind, ist das Rauchverbot im Nachwuchsbereich. Vor allem Allerheiligen-Trainer Andreas Moriggl kennt sich damit aus. "Ich war früher selbst Raucher. Als Jugend-Trainer habe ich auf Grund der Vorbild-Wirkung aufgehört zu rauchen. Ich bereue die Entscheidung nicht." Bis jetzt hat es noch keine Vergehen gegeben. Doch aufgepasst: Die "Aktion scharf" läuft auch zum dieswöchigen Start vieler Fußballklassen.







