Hirt-Aussagen bringen Ausseer auf die Palme
Der Gesundheitslandesrat kolportiere "bewusst falsche Zahlen", kritisiert das Forum Pro LKH. Am Dienstag wird im Landtag abgestimmt.

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Das Verhältnis zwischen den für die Chirurgie kämpfenden Ausseern und Gesundheitslandesrat Helmut Hirt ist auf dem absoluten Nullpunkt angelangt. Grund sind die jüngsten Aussagen, wonach Hirt keinen Zweifel daran gelassen hat, die Reform im Alleingang mit SPÖ-Mehrheit in der Landesregierung durchzuziehen - auch gegen einen anders lautenden Beschluss des Landtages. "Diese selbstherrliche Gangart eines gewählten Volksvertreters mutet seltsam an. Hirt selbst delegierte die Entscheidung an den Landtag, ein Unterausschuss wurde gebildet und eine Enquete abgehalten und unmittelbar vor der Abstimmung wird ausgerichtet, dass Hirt keine andere Meinung als seine eigene gelten lässt", reagiert Herbert Angerer, Sprecher des Forums Pro LKH, auf die Ankündigung des Landesrates.
Genervt bis gereizt reagiert Angerer auf die von Hirt genannten Zahlen: "Diese sind falsch und werden bewusst falsch kolportiert. Im Jahr 2008 gab es in Aussee deutlich mehr als 800 Operationen und nicht 600, wie Hirt behauptet", sagt Angerer. Eine "besondere Infamie" sei das von Hirt genannte Beispiel der Hüftoperationen: "Zuerst werden Hüftoperationen in Aussee verboten und dann werden im Vergleich mit der Spezialklinik Stolzalpe die niedrigen Fallzahlen vor die Füße geknallt", so Angerer. Fakt ist, dass dem LKH Bad Aussee Ende der 1990er Jahre verboten wurde, Hüftoperationen durchzuführen. Vorher galt Aussee mit dem ehemaligen Primarius Alfred Jelinik als Anziehungspunkt für Patienten mit Hüftproblemen. Angerer fordert die Offenlegung der Komplikationsrate aller steirischen Krankenhäuser: "Darauf könnte sich Aussee nur freuen. Der medizinische Vorstand der Kages hat alle chirurgischen Eingriffe der vergangenen drei Jahre in Aussee einer peniblen Prüfung unterzogen und musste bestätigen, dass hervorragende Arbeit geleistet wird."
Blau-Orange Schützenhilfe. Andre Taschner, Bezirksvorsitzender der FPÖ Liezen, bezeichnet "die Sparpläne von Landesrat Hirt" als "menschenunwürdig und feig". "Wer Patienten absichtlich in anderen Krankenhäusern stationiert, ruiniert damit die Auslastung und schafft sich ein Scheinargument." Taschner sieht morgen "die Stunde der Wahrheit" für die regionalen Abgeordneten gekommen, wenn im Landtag über die Zukunft der Chirurgie abgestimmt wird.
BZÖ-Gesundheitssprecher Wolfgang Spadiut schwebt ein "Medizinisches Kompetenzzentrum Aussee" mit einer chirurgischen Spezialklinik mit geplanten Operationen an Wochentagen und einer chirurgischen und unfallchirurgischen Notfallversorgung rund um die Uhr vor.








