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    Zuletzt aktualisiert: 27.05.2009 um 23:38 UhrKommentare

    Bub verhinderte Bluttat an Mutter

    Ennstaler schnitt seiner Frau mit Messer in den Hals uns stach ihr in den Brustkorb. Sohn (14) kam dazwischen und rettete die Schwerverletzte.

    Foto © Sujet/APA

    Ohne Manuel würde meine Tochter nicht mehr leben", ist seine Großmutter überzeugt. Denn der 14-Jährige ging dazwischen, als sein Vater der 45-jährigen Elisabeth B. in den Hals schnitt, ihr einen Stich in den Brustkorb, direkt neben das Herz, versetzte.

    Todesangst. "Schrei nicht! Es tut nicht weh! Es ist gleich vorbei!", soll Günther B. (40) vorher noch gesagt haben. Doch die vierfache Mutter schrie natürlich in Todesangst nach ihrem jüngsten Buben. "Manuel, bitte hilf mir!" Der 14-Jährige öffnete die Tür zum Schlafzimmer, sah seine Mutter verletzt auf dem Boden liegen, seinen Vater mit dem Messer über ihr.

    Sohn rettet Mutter. "Papa, was tust du da!", waren Manuels entsetzte Worte. Da ließ der 40-Jährige von seiner Frau ab, flüchtete und hinterließ in der Wohnung nur einen Abschiedsbrief, in dem er seinen Selbstmord ankündigte.

    Scheidung eingereicht. Zu der Familientragödie war es Montagfrüh in einem kleinen Ort im Ennstal gekommen. Ganz seelenruhig soll der 40-Jährige zuvor noch das Frühstück gemacht haben, bevor er mit einem Küchenmesser ins Schlafzimmer zu seiner Frau kam. Diese soll vor kurzem die Scheidung eingereicht haben. "Meine Tochter hat zwei Herzoperationen hinter sich, sie wiegt nur noch 45 Kilo - lange steht sie die Situation in der Familie nicht mehr durch", sorgt sich ihre Mutter um die Verletzte.

    Opfer und Täter im Spital. Die 45-Jährige liegt seit Montag Vormittag im Krankenhaus. "Schnitt und Stich waren zum Glück nicht allzu tief", so ein Polizist. Der Ehemann wurde in die Sigmund Freud-Klinik nach Graz gebracht. Er soll später ausgesagt haben, dass er auch ohne Manuels Dazwischengehen von seiner Frau abgelassen hätte.

    Selbstmordabsichten. Der 40-Jährige war nach der Tat mit seinem Auto auf den Stoderzinken gefahren, wo er sich das Leben nehmen wollte. Doch zuvor telefonierte er noch mit seiner Mutter, die ihn überreden konnte, sich doch zu stellen. "Wir haben ihn aber schon vorher ausgeforscht und auf dem Stoderzinken gefasst", so der Polizist.

    Psychologische Betreuung. Um Manuel und seine kleine Schwester kümmern sich jetzt Verwandte - die Geschwister sind schon aus dem Haus. "Sie werden auch psychologisch betreut", weiß die Großmutter. Doch sie weiß auch, dass der 14-Jährige das Geschehen wohl niemals wird vergessen können. "Auch meine Tochter hat große Angst. Sie würde am liebsten nie mehr in das Haus zurückkehren."

    DANIELE MARCHER

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