Kinos rüsten auf Dolby-Digital-3-D
Action! Kinobetreiber lassen sukzessive den 35-Millimeter-Film reißen und rüsten auf digitale Systeme um. In den Hauptrollen: Filme in Top-Qualität, teils höhere Ticketpreise und Kinos, die unter Druck geraten.
Wenn Josef Hader gestochen scharf kombiniert, die Dienstmarke von Al Pacino zum Greifen nahe ist und Marley immer wieder laut bellt, fühlt sich Christian Langhammer bestätigt: "Ein 35-Millimeter-Film zeigt irgendwann Alterserscheinungen. Beim digitalen System hast du jedoch auch nach der tausendsten Vorführung die gleiche Top-Qualität", schwärmt der Chef der Constantin-Filmkette.
Folgen. Ein Befund, den viele in der Branche teilen - mit weitreichenden Folgen: Zum einen statten derzeit die meisten steirischen Kinobetreiber viele ihrer Säle mit digitalen Projektoren aus, einige machen sie auch gleich fit für neue 3-D-Filme.
Zugzwang. Zum anderen jedoch werden jene Kinos, die am Status quo festhalten (müssen), unter Zugzwang kommen. "Für kleine Kinos wird es sicher schwer", ist sich Fachgruppenobmann Manfred Dirninger sicher.
Unterschied bei Bild und Ton. Als Betreiber zweier Kinos in Liezen ist Dirninger selbst von der digitalen Zukunft überzeugt. "Ich sag' das jetzt als Kunde: Der Unterschied bei Bild und Ton ist erheblich. Daher sind wir in unserem Star-Movie-Kino mit drei digitalen Sälen gestartet." So wie viele steirische Kollegen: Im Grazer Cineplexx werden alle zehn Säle mit digitalen Projektoren ausgestattet. Zur Sicherheit habe man Projektoren für 35-Millimeter-Filme behalten, so Betriebsleiter Michael Schober.
Dolby-Digital-3-D. Wie im Cineplexx werden künftig auch im Grazer UCI-Annenhofkino 3-D-Filme über spezielle Leinwände flimmern. "Wir richten gerade einen Saal her, in dem wir dann auch digitale Filme spielen können", so Marketingleiter Christian Unger. Kollegin Gabriele Wotzka hat in ihrem "Kinocenter Kapfenberg" gleich zwei große Säle umgerüstet. "Zusätzlich gibt's bei uns Filme in Dolby-Digital-3-D zu sehen."
60.000 Euro. Eine Entwicklung, bei der womöglich manche auf der Strecke bleiben. "Die Faustregel war immer, dass das Umrüsten rund 60.000 Euro kostet. Derzeit geht's vielleicht etwas billiger, aber für viele ist das weiterhin utopisch", so Fachgruppenobmann Dirninger. Für kleine Kinos müsse es daher Ziel sein, "sich abzuheben, irgendwie zu spezialisieren".
Apropos Kosten. Während man in Liezen und Kapfenberg auch bei neuen Filmen am alten Preis festhält, ist in Graz ein Aufschlag fällig - bei einem digitalen Film ist das Ticket im Cineplexx sowie im Annenhofkino um je 50 Cent teurer. Bei 3-D-Streifen verlangt man im Cineplexx 1,50 Euro mehr, im Annenhofkino 2 Euro.







