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    Zuletzt aktualisiert: 13.07.2008 um 20:54 UhrKommentare

    Am Anfang im Prinzip Hoffnung

    Notarzt Josef Rampler erlebte Lassing von der ersten bis zur letzten Stunde. Eine Rückblende.

    Foto © APA

    Die Erinnerungen lagern verschnürt in einem Paket. "Fotos, Dokumentationen, Zeitungsberichte - hab' ich alles aufgehoben, nur angeschaut hab' ich's nie wieder." Sagt Josef Rampler, Allgemein- und Notfallmediziner in Liezen, mittlerweile Landesfeuerwehrarzt, damals im Einsatzstab von der ersten bis zur letzten Stunde.

    Stimmung war besorgt. Der 17. Juli 1998 begann als strahlend schöner Sommertag. "Die erste Meldung gegen Mittag lautete, dass in Lassing ein Haus einzustürzen droht, mehr nicht." Zu diesem Zeitpunkt war Georg Hainzl bereits ein Gefangener des Berges, die Stimmung im Ort besorgt, aber nicht krisenhaft. "So lange wir telefonisch Kontakt zu Hainzl hatten, ist es ihm nicht schlecht gegangen, er war überzeug, dass er bald gerettet werden kann. Eine Rettungsbohrung war zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema, angepeilt wurde eine Bergung unter Tag." Während sich unter den staunend-entsetzen Augen der Bevölkerung die Erde immer weiter auftat, die Häuser am Rand des sich bildenden Kraters nicht mehr begehbar waren, fuhren die Kumpel aus und ein. "Wir sind uns an diesem Nachmittag immer wieder über den Weg gelaufen, haben geredet. Haben wir alle der Gefahr ins Gesicht geschaut und sie nicht gesehen? Diese Frage habe ich mir schon oft gestellt."

    Super-Gau. Ab 21.30 Uhr überschlagen sich die Ereignisse: Ein Spezialbohrer für die Luftversorgung Hainzls trifft ein, die Häuser neigen sich immer schneller, das Erdreich ist offenbar massiv in Bewegung, die Evakuierung beginnt. Kollektive, planlose Hektik. Einsturz, Panik. "Die Druckwelle war enorm, die Helme beim Schachteingang sind 50 Meter weit geflogen." Chaos, keine offiziellen Informationen. "Wir haben nicht gewusst, ob nicht buchstäblich der Boden unter unseren Füßen wegbricht, dazu wurde es schlagartig stockfinster." Das Unfassbare wird von Ohr zu Ohr kolportiert, zehn Verschüttete. Eine gespenstische Szene hat sich Josef Rampler eingebrannt: "Wir wurden zu einer Einsatzbesprechung in das Verwaltungsbeäudes gerufen. In dem Raum war ein Grubentelefon. Drei Mal hat es geläutet. Drei Mal kam keine Verbindung zu Stande." Eine Fehlschaltung? Oder hat doch noch jemand versucht Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen? Eines der vielen ungelösten Rätsel von Lassing.

    Was folgte, ging um die Welt: Rettungsbohrungen, geweckte Hoffnungen, zerstörte Hoffnungen, Klopfzeichen, keine Klopfzeichen, Atemgeräusche, keine Atemgeräusche. Chaos, Pannen, Informationsdefizite, Kompetenzstreitigkeiten. "Lassing war erst die Geburtsstunde für vieles, was heute Standard bei Katastrophen ist. So fehlte eine Struktur für die psychologie Betreuung und Krisenintervention. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir fieberhaft Psychologen zur Angehörigenbetreuung gesucht haben." Vor allem in der ersten Nacht war Landeshauptfrau Waltraud Klasnic Fels in der Brandung und persönliche Stütze für Betroffene. "Das ist jetzt keine politische Aussage, das war einfach so." Am Tag der Hainzl-Bergung herrschte Endzeitstimmung in Lassing, Kamerabilder aus dem Jausenraum zeigten nur Schlamm und Wasser. "Ich war mit Kollegen beim Heimfahren.

    Wasser und Schlamm.Plötzlich spritze meterhoch Wasser und Schlamm aus dem Bohrloch. Wenn er noch gelebt hat, hab' ich mir in dem Moment gedacht...der plötzliche Druckwechsel." Befreiung, Erlösung, Überwältigung.

    Nach der Bergung. "Ich konnte nach der Bergung nicht einmal mehr feiern, hab' mich davon geschlichen." Der für die Verhältnisse extrem gute Zustand von Hainzl löste nahezu eine Euphorie aus. "Wir haben gesehen: Medizinisch wäre es möglich. Und die Männer waren körperlich und mental sehr stark." Wieder Bohrungen, an mehrern Stellen, im alten Dom könnten sie sein. Klopfgeräusche. "Ganz deutlich, ich habe sie auch gehört, mit dem Stethoskop haben wir gehorcht." Es war der Widerhall eines scheppernden Fahnenmasten.


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