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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 um 14:56 UhrKommentare

Zehn Jahre steirisches Kriseninterventionsteam

350 ehrenamtliche Mitarbeiter betreuten 2008 knapp 1.900 Menschen in 576 Einsätzen.

Landeshauptmann Franz Voves mit Katharina Purtscher, Kurt Kalcher und Edwin Benko (v.l.) gratulierte zum zehnjährigen Bestehen von KIT Land Steiermark

Foto © LandespressedienstLandeshauptmann Franz Voves mit Katharina Purtscher, Kurt Kalcher und Edwin Benko (v.l.) gratulierte zum zehnjährigen Bestehen von KIT Land Steiermark

Die Geburtsstunde war anlässlich einer der schwerwiegendsten Katastrophen, die die Steiermark je zu bewältigen hatte, beim Grubenunglück in Lassing: Nun feiert das Kriseninterventionsteam (KIT) Land Steiermark sein zehnjähriges Bestehen. "KIT-Vater" Edwin Benko blickte am Freitag in einem Pressegespräch auf die Entwicklung seit der Verankerung im Katastrophenschutzgesetz 1999 zurück und zeigte sich stolz auf nunmehr 350 ehrenamtliche Mitarbeiter, die die flächendeckende Versorgung in der Steiermark ermöglichten.

Großschadensereignisse. Landeshauptmann Franz Voves (S) hob die Bedeutung des KIT mit 576 Einsätzen im vergangenen Jahr, bei denen knapp 1.900 Menschen psychosozial betreut wurden, hervor. In jedem Jahr stieg die Zahl der Einsätze an; knapp 40 Prozent sind in den Nachtstunden zu absolvieren, erklärte Katharina Purtscher vom KIT. Neben der Betreuung bei Großschadensereignissen wie Busunfälle, Explosionen und dergleichen kümmere sich die Organisation auch um alltagsnahe Ereignisse: "Wir unterstützen die Polizei bei der Überbringung der Todesnachricht und kümmern uns um Familien nach unerwarteten Todesfällen oder Suiziden," so Purtscher. "Wir können Geschehens nicht gutmachen, aber wir können da sein und die betroffenen Menschen begleiten," ergänzte Benko.

Lassing als Geburtsstunde. Das tragische Grubenunglück in Lassing im Jahr 1998 war die "Geburtsstunde" des KIT Steiermark. Das dramatische Ereignis macht die Notwendigkeit deutlich, den Angehörigen mit professioneller psychosozialer Hilfe beizustehen.

Etliche Einsätze.
Im Juni vergangenen Jahres kippte ein Reisebus bei einem Ausweichmanöver aus. Eine Reisegruppe war unterwegs in den Urlaub in Kroatien. Bei dem Unfall starb der Sohn des Busfahrers, zehn Personen wurden verletzt. Das KIT betreute die Angehörigen.

Im November 2008 hat ein Flugzeugabsturz drei Grazern das Leben gekostet. Neben dem Piloten, ein 57-jähriger Unternehmer, starben auch dessen Tochter und eine Nichte. Das KIT war sofort zur Stelle, um zu helfen.

Im August 2008 ist eine Radfahrerin im Norden von Graz von einem Lkw erfasst und überrollt worden. Die Frau erlitt dabei tödliche Verletzungen. Auch hier war das KIT im Einsatz.

Ein 25-jähriger Autolenker aus Graz ist im April vergangen Jahres beim Zusammenstoß mit einem Personenzug auf einem unbeschrankten Bahnübergang in Hart bei Graz tödlich verunglückt. Der Mann dürfte das Rotlicht übersehen haben. Das KIT betreute die Angehörigen des Verunglückten.


Fakten

576 Einsätzen im vergangenen Jahr, bei denen knapp 1.900 Menschen psychosozial betreut wurden. In jedem Jahr stieg die Zahl der Einsätze an.

Kriseninterventionsteam

Das Kriseninterventionsteam (KIT)ist steiermarkweit rund um die Uhr erreichbar. Notrufnummer: 130. Flächendeckend sind 348 Mitarbeiter sind in allen Bezirken für das KIT tätig.

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