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Zuletzt aktualisiert: 26.05.2009 um 23:58 UhrKommentare

Schwere Gewitter in der Steiermark

Nach der Sommerhitze gibt es jetzt erste schwere Unwetter. In Vorarlberg kam es am Dienstag bereits zu heftigen Gewittern und Sturmböen. Mehrere Menschen wurden verletzt, Bäume entwurzelt und Bahnverbindungen unterbrochen. In der Nacht zogen die Unwetter weiter Richtung Osten, auch die Steiermark blieb nicht verschont.

Es werden schwere Gewitter mit Windspitzen bis zu 100 km/h erwartet

Foto © APEs werden schwere Gewitter mit Windspitzen bis zu 100 km/h erwartet

Heftige Gewitter zogen am Dienstag über weite Teile Europas, wie angekündigt verschonten die Unwetter auch die Steiermark nicht. In der Nacht dürfte die Schlechtwetterfront weiter über Ostösterreich hinwegziehen, Stürme bis zu 100 km/h sind zu erwarten.

Süden stark betroffen. Vor allem in der Landeshauptstadt Graz entluden sich Dienstagabend bereits zahlreiche Blitze. Zu größeren Schäden ist es bisher nicht gekommen. Die Berufsfeuerwehr Graz teilte am Abend sogar mit, dass "keine erhöhte Zahl an Tätigkeiten" zu bemerken war. Besonders heftig war das Unwetter allerdings in der Süd- und Südoststeiermark. So kam es in der Gemeinde Freiland bei Deutschlandsberg nach einem Blitzschlag zu einem Wohnhausbrand. Die Besitzer waren zu dieser Zeit aber nicht zuhause. Der Dachstuhl brannte zur Gänze ab, drei Feuerwehren waren im Einsatz. Auch in Altgralla kam es in den Abendstunden wegen eines Blitzes zu einem Wohnhausbrand. In Neudorf an der Sulm musste die Feuerwehr nach heftigen Unwettern zu Überschwemmungen ausrücken, auch im Bezirk Feldbach gingen heftige Gewitter nieder.

Dauereinsatz der Feuerwehr. In Vorarlberg mussten wegen umgefallener Bäume mehrere ÖBB-Strecken gesperrt werden, am Bodensee wurden Windspitzen mit bis zu 113 km/h gemessen. In Oberösterreich waren laut "ZiB 2" am Abend 230 Feuerwehren mit etwa 2.200 Mann im Einsatz, um Keller und Garagen auszupumpen und umgestürzte Bäume von den Straßen zu schaffen. Das Umspannwerk Grieskirchen wurde dabei durch einen Blitzschlag beschädigt. 22.000 Kundenanlagen der Energie AG waren kurzzeitig von der Stromversorgung abgeschnitten.

Unwetter in Europa. Besonders schwer waren die Unwetter in der Schweiz und in Deutschland. In Romanshorn im Kanton Thurgau wurde ein 31-jähriger Mann in seinem Auto von einem umstürzenden Baum erschlagen. Im deutschen Baienfurt entgleiste sogar ein Interregio-Zug mit rund 200 Fahrgästen, weil er gegen einen umgestürzten Baum auf den Gleisen geprallt war. Drei Passagiere wurden bei dem Unfall verletzt.

Abkühlung. Wer am Dienstag nicht die sommerlichen Temperaturen genossen hat, ist selber schuld. Denn vorerst ist es mit den hochsommerlichen Temperaturen vorbei. "Es handelt sich zwar um einen an sich typischen Luftmassenwechsel, aber von der Mächtigkeit ist er sehr außergewöhnlich", fasst Hannes Rieger von der Zentralanstalt für Meteorologie den dramatischen Wetterumschwung zusammen, der uns heute beschäftigen wird. Um 15 Grad sinkt binnen weniger Stunden die Temperaturen, im Norden schon früher, im Süden dann ab Mittag.

Knapp 30 Grad. Am Dienstag allerdings gab es noch hohe Temperaturen - in Bad Aussee knapp 30 Grad. Das führte allerdings im Bergland auch zum Teil zu heftigen Gewittern - "die Wolkentürme sind bis zu zwölf Kilometer hoch, da ist sicher auch Hagel dabei", entnahm Rieder dem Niederschlags-Radar.

Tief aus Norwegen. Die Südwestströmung, die Österreich zuletzt verlässlich mit Sommerluft versorgt hatte, hat ausgedient. Jetzt drängt ein Tief von Norwegen herein. Die Kaltluft, die es voranschiebt, sorgte am Dienstag für starke Gewitter in den Bergen. Heute sollen sie vor allem nördlich des Alpenhauptkammes niedergehen.

Es bleibt kühl. Für jene, die schon auf die Pfingstfeiertage schielen, hat Rieger nur wenig Trost anzubieten: "Sogar Morgenfrost wird in den höheren Tälern wieder ein Thema." Regenschauer, die in die kühle Nordwestströmung eingebettet sind, werden vor allem die Obersteiermark beschäftigen. Rieder schließt auch Schneeregen am Wochenende in den höheren Tälern der Obersteiermark nicht aus.

Nur noch 15 Grad. Der Süden ist zwar begünstigt, aber mehr als 15 Grad wird man nicht erwarten können. Weil das Tief Richtung Schweiz zieht, bringt es an der Vorderseite kalte Luft nach Österreich.

Flucht in den Süden. Gibt es Alternativen? Ja, aber nur weit hergeholte. "Süditalien, Spanien, da sieht es zu Pfingsten gut aus. Aber überall, wo man mit dem Auto hinfahren kann, schaut es eher schlecht aus".

NORBERT SWOBODA, RAINER BRINSKELLE

Hintergrundinfo

Heftige Unwetter, wie die der vergangen Wochen, sind an und für sich nichts Ungewöhnliches. Sehr ungewöhnlich hingegen ist die hohe Anzahl der Blitzschläge. Vom 1. Mai bis Dienstag 22.30 Uhr wurden österreichweit 65.000 Blitze gezählt. Die höchste Zahl für Mai seit Beginn der Aufzeichnungen. Alleine am Dienstag wurden in Österreich 15.000 Blitze gezählt, eine laut Meteorologen äußerst ungewöhnliche Zahl für Mai.

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Foto © Kleine Zeitung Digital/Barbara Schön

Bild vergrößernGewitterfoto aus GrazFoto © Kleine Zeitung Digital/Barbara Schön

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