Gelb und Rot sind die neuen Modefarben
"Giallorossi", die Gelb-Roten des italienischen Fußballclubs AS Roma, trainieren in Irdning - und die Tifosi folgten ihren Idolen ins Ennstal.
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"Pizza, Pasta e Calcio". Wenn es um Fußball geht, erfüllt der Italiener, selbst im weit entfernten Irdning seine Klischees. Im Moment wimmelt es rund um den ATV Sportplatz nur so von Autos mit den kleinen Kennzeichen und dem großen I davor.
Selbst auf das beliebteste Fortbewegungsmittel in Rom, den klassischen Motorroller, konnten einige nicht verzichten. "Wir sind hier, um unsere Farben ,Giallorossi' (gelb-rot) auch in den Bergen zu unterstützen", erzählt Lorenzo Libutti, der einige Jahre in New York gelebt hat und für wichtige Spiele extra nach Rom geflogen ist, um sein Team AS Roma zu sehen.
Eine große Familie
Ähnliches erzählt eine Truppe aus Rom. Sie bezeichnen sich als eine große Familie, die zu Hause jeden zweiten Sonntag ins Stadion geht. Auf die Frage, wer nun die besten Spieler seien, folgt ein minutenlanger Streit, aber schließlich einigt man sich auf Francesco Totti, Daniele De Rossi und Erik Lamela. "Wir mögen die kühle und frische Luft hier, in Rom ist es zurzeit schrecklich heiß. Außerdem haben wir sehr viel Spaß", erzählt die zwölfjährige Fiorenza. Die wunderschöne Landschaft hat es den Italienern besonders angetan.
Simone Thurner weiß auch nur Positives über die italienischen Gäste zu erzählen: "Dadurch, dass zurzeit beinahe ausschließlich Espressi über den Ladentisch gehen, muss der Wassertank der Kaffeemaschine weniger oft nachgefüllt werden."
Das lange Warten
Nach dem Training geht es dann für die Autogrammjäger heiß her. Plötzlich versammelt sich eine Menschenmenge um die Absperrgitter. Leiberl, Plakate, Fotos, Fahnen, Kapperl und vieles mehr werden durch die Gitter gesteckt, die Fotoapparate sind zum Schuss bereit. Dann beginnt das lange Warten, bis die ersten Spieler frisch geduscht und massiert herausschlendern. Frohnaturen sehen anders aus, aber die Eltern überschlagen sich beinahe vor Freude, wenn sie ihre Bambini gemeinsam mit den Fußballern ablichten können.
Auch Irdninger sind in den ersten Reihen vertreten. "Ich schau', dass ich heute gute Fotos von den Spielern schieße, und in ein paar Tagen lasse ich mir diese dann signieren", erklärt Andreas Leeb seine Organisation. Maike Griesser und Alina und Robin Schimpel locken die Fußballer mit ihren selbst gebastelten Plakaten. Nur bei der Namenszuordnung der Spieler hapert es dann doch noch ein wenig in den heimischen Fanreihen.
Mamma mia! No!
Am Ende werden stolz die ergatterten Autogramme verglichen. Fabio Calascibetta, ein Vertreter des Fanclubs Giallorossi aus Rimini hat seinen Fußball mit Unterschriften beinahe voll bekommen. Auf die Frage, ob er ihn später vielleicht im Internet versteigern wird, kommt aus tiefster Fan-Seele ein fast schon entrüstetes : "Mamma mia! No!"
"Wir haben immer sehr gute Erfahrungen mit den Italienern gemacht. Sie bringen eine Riesenstimmung mit und sind andererseits sehr diszipliniert. So nah, wie in Irdning kommt man selten an die Spieler heran", erzählt Josef Manschefszki, Präsident des ATV.
Ist nun Fußball das Wichtigste für den Italiener? Die männlichen Wesen schütteln vehement die Köpfe: "Das sind immer noch die Frauen!"









