Kriege, Opfer und große Liebe
Der Aicher Hannes Blaschek hat ein Buch geschrieben: einen historischen Roman, der im Inka-Reich des 15. Jahrhunderts angesiedelt ist. "Ich will die Leute unterhalten."
Beinahe scheint es, als könnte Hannes Blaschek unerschöpfliche geistige Energiequellen anzapfen: Neben seinem Beruf als Hauptschullehrer in Irdning schloss er das Magisterstudium in Geschichte, Literatur- und Politikwissenschaften ab, erstaunte in der Millionenshow bei Armin Assinger das Publikum mit seinem Wissen und brachte jetzt einen historischen Roman auf den Markt. Der Titel des rund 600 Seiten umfassenden Werkes lautet "Der Feldherr des Inka."
Wie kommt jemand, der in Aich wohnt und noch niemals einen Fuß auf südamerikanischen Boden gesetzt hat, dazu, ein penibel recherchiertes Sittenbild über eine der faszinierendsten frühen Hochkulturen der Erde zu schreiben? Der Beruf als Geschichtelehrer lieferte die Grundlage, eine kurze Notiz in einem Sachbuch die historische Vorlage, wobei Dichtung und Wahrheit verschwimmen: "Es ist kein Tatsachenroman, aber sicherlich näher an der historischen Wirklichkeit angelehnt als beispielsweise Wilhelm Tell", sagt Hannes Blaschek.
"Happy End"
Die Geschichte spielt im Andengebiet des 15. Jahrhunderts: Prinz Pachacuti verteidigt das Reich gegen feindliche Bedrohung, wird zum Inka gekrönt und reformiert sein Imperium von Grund auf. Als sich die Tochter Pachacutis allerdings in einen jungen Offizier verliebt, wird dieser aus der Hauptstadt Cuzco verbannt. "Es gibt ein Happy-End. Der junge Offizier kämpft erfolgreich um seine Liebe", verrät Blaschek. Insgesamt zeichnet der Roman ein umfassendes Bild der damaligen Zeit, vom alltäglichen Leben bis zu Kriegen und Menschenopfern zu Ehren der Götter.
"Die Blickwinkel der Leser sind ganz unterschiedlich. Viele interessieren die Eroberungszüge mehr, andere die Liaison der Tochter des Inka mit dem Offizier", weiß der Autor. Vergleiche mit den großen Romanen der deutschen Geschichte wie den "Buddenbrooks" will er nicht gelten lassen: "Thomas Mann ist Literatur-Nobelpreisträger und ich will die Leute unterhalten." Eineinhalb Jahre hat Blaschek insgesamt für den Roman gebraucht: "Es gab Tage, an denen ich viele Seiten schrieb, an anderen wiederum brachte ich keine fünf Zeilen zuwege."
Initiative der Gattin
Die Familie hat ihm übrigens "nie dreingeredet", weder seine Frau Eveline, noch die Töchter Viktoria (17) und Ute (16). Wobei Viktoria bei einer Verfilmung "schon gerne die Hauptrolle spielen würde". Und Eveline Blaschek hat ihn überhaupt erst zum Schreiben gebracht: "Wende dein Wissen sinnvoll an, schreib einen Roman!" Und so findet sich im Vorwort auch eine Widmung: "Für meine Frau Eveline, ohne die dieses Buch nie entstanden wäre."







