"Ohne Fans und Frauen"
Die Engländer kommen und mit ihnen der Ausnahmezustand. In Irdning bleiben die Fans diesmal außen vor, das Stadion wird zur Sperrzone.

Foto © GEPAAls Real Madrid in Irdning war, gingen die Fans mit den Stars auf Tuchfühlung. Das ist bei England diesmal anders
Das waren noch Zeiten: Roberto Carlos, Zinedine Zidane und Luis Figo sprangen kurzerhand über die Bande und ließen ganz spontan im Beachvolleyballsand neben dem Irdninger Fußballplatz die Bälle tanzen. Die Fans standen unmittelbar daneben und amüsierten sich mit den Königlichen. Solche Szenen wird es mit den Engländern nicht geben: Das Irdninger Fußballstadion gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Über die Bande kommt diesmal niemand - weder hinaus noch hinein. Und mit den Fans wird es wohl überhaupt keinen Kontakt geben. Jedenfalls stehen weder eine Autogrammstunde noch ein offizielles Training auf dem Programm. "Die Engländer wünschen es so", heißt es beim International Football Camp Styria (IFCS), das die Trainingslager organisiert.
"Verborgenes Juwel"
Wobei man ohnehin nicht mit großem Andrang gerechnet hat. Schon im Vorfeld haben englische Zeitungen über die Abgeschiedenheit Irdnings philosophiert. "Was für ein Platz? Capellos Team atmet Gebirgsluft vom Gipfel des 2300 Meter hohen Grimming. Keine Fahnenschwenker, keine Fans und keine Frauen", schreibt etwa "News of the World" über den Aufenthaltsort. "Die einzigen Unterstützer sind die Bewohner des dünn besiedelten österreichischen Dorfes. Ein verborgenes Juwel, versteckt zwischen dem düsteren Anblick der Alpen." So sieht man also Irdning in England.
Doch auch wenn diesmal die Fans im Schlepptau fehlen - mit England als Gast dürfte Irdning in der Popularitäts-Skala gleich mehrere Stufen nach oben klettern. "Der Medienrummel ist groß wie nie, es sind 270 Journalisten angemeldet", erklärt Peter Wagner vom IFCS. 100 kommen allein aus Asien zum Spiel Japan gegen England am kommenden Sonntag nach Graz.









