Hauser Kaibling: Es wurde Stiller
Am Samstag zelebrierte der Hauser Kaibling sein Saisonfinale. Die beiden Bands "Sportfreunde Schiller" und "Sunrise Avenue" feierten lautstark. 4.000 begeisterte Fans feierten mit. Mittendrin statt nur dabei.

Foto © Carmen OsterDie Sportfreunde Stiller vor der Kulisse des Hauser Kaibling
Auf eine Gruppe ist immer Verlass. Die witterungsresistenten Fans. Sie sind schon lange da, wenn die Stars erst kommen. Und sie bleiben auch noch, wenn ihre Idole lange weg sind. Sie harren in der prallen Sonne mit ihren Liebesbotschaften auf Papier oder Mamas altem Leintuch hinter den Absperrungen aus. Herzen und Liebesschwüre für die weit entfernten Idole, die die große Distanz ein wenig überbrücken sollen.
Ansturm. Samstag Mittag unter der stechenden Sonne des Hauser Kaibling. "Die coolsten Events und schönsten Pisten", steht in Gelb-Blau auf den Gittern, die die Fans vom Ansturm ins Konzertgelände abhalten. Der Bus der "Sporfreunde Stiller" steht schon da. "Sunrise Avenue" steckt noch im Osterverkehr.
Sicherheit. Kritisch werden die Sicherungsgitter von den Fans auf ihre Qualität geprüft. Die Damen kennen sich damit aus, haben Konzert-Erfahrung. Denn manchmal wird so gedrängelt, dass die Vordersten das Muster des Gitters als Abdruck auf der Bauchdecke mit nach Hause nehmen. Aber heute haben Kerstin, Tatjana und Nadine aus Deutschland einen guten Platz erwischt. Sie stehen sozusagen in der "Konzert-Pole Position". Und alles für die finnische Band "Sunrise Avenue". Die sind halt richtig super. So nett. So freundlich. So offen. So schön. Und, ach ja, gute Musik machen sie ja auch noch. Mit im Gepäck sind die finnische Flagge, der Fotoapparat und ein schwarzer Plakatschreiber. Was würde man nur für ein Autogramm geben. Die drei Mädels haben schon eifrig finnisch gebüffelt. "Guten Tag", "Prost" und das dritte kann man nicht nennen, weil es sich eben nicht gehört. Komisch, dass man in fremden Sprachen zuerst immer die Schimpfworte lernt.
Schmerzlicher Verlust. Kurzfristig wird der gute Platz der Damen bedroht. Ein Traktor, beladen mit Gittern, muss durch die Schneise. Ungern räumen die Fans das Feld. Rote Backerl haben sie schon. Nicht aus Zorn. Die Sonne ist Schuld. Aus den Boxen auf der Bühne dröhnt Musik. Laut. Leiser. Lauuuuuut. Mittel. Sound Check. Die Männer von der Crew schauen ernst. Die Fans auf die Uhr. Wie lange dauert's denn noch? Egal, den längsten Weg haben sie schon hinter sich. Sie sind aus Augsburg, Wilhelmshaven und Wetzlar angereist. Bis zu hundert Euro hat der Ausflug gekostet, ein schmerzlicher Verlust fürs Sparschwein.
Fans. Die 21-jährige Sandra Schön aus Nürnberg hat große pinke Sterne auf ihrem Pullover. Passend, um auf ihre geliebten Stars zu warten. Auch die Securitys warten, die Hände am Rücken. Erstere warten darauf, dass das Konzert endlich los geht, zweitere warten darauf, dass es endlich vorbei ist. Wissen die Mädels eigentlich warum das Konzert statt findet? "Nö, warum denn?" Armer Kaibling.









