Vieldimensionales Grün
Johannes Leitner begrünt mit "Formingruen" Hausfassaden und anderes.

Foto © Thomas PilchJohannes Leitner macht Grün allerorten salonfähig
Natürliches Grün beschleunigt Johannes Leitners Puls. Vor allem, wenn es nicht zu ebener Erd' wächst, sondern senkrecht auf Gebäudefassaden. "Es gibt beim Begrünen so viele Möglichkeiten, wir müssen uns förmlich einschränken", schwärmt der 39-Jährige und wühlt in seinem Büro am Hartberger Ökopark lustvoll in seinen Unterlagen.
Sein Ende 2009 gegründetes fünfköpfiges Unternehmen "Formingruen", jüngst vom Land mit dem Publikums-Award des Fast-Forward-Preises ausgezeichnet, lässt Pflanzen auf städtischen Hausfassaden wachsen. Statt Glas, Metall und Sichtbeton prägen Blätter das Bild. Möglich macht das ein spezielles mineralisches Konglomerat, in dem die Pflanzen wurzeln.
Sechs Jahre lang hat Leitner, der eigentlich aus der Kunstszene stammt und früher mit Sand experimentiert hat, an der genauen Zusammensetzung getüftelt. Sie ist heute sein großes Geheimnis. Die senkrechten Gärten werden als fertige Module angeboten und an die Wand montiert, bestückt mit Pflanzen nach Wahl. Druck- und Feuchtigkeitssensoren und ein verstecktes Netz an Schläuchen erledigen die Bewässerung, für Außenwände gibt's ein automatisches Mähwerk.
211 Komponenten
"Das Produkt besteht aus 211 Komponenten", sagt Leitner. Begrünt hat er schon das Wiener Donauzentrum und das Restaurant der Therme Loipersdorf - noch heuer nimmt er sich eine U-Bahn-Station in Baku vor. Den Kontakt hat der gebürtige Schladminger über Wiener Architekten hergestellt. Die positive Wirkung grüner Wände begeistert Leitner: "Die Pflanzenmodule binden Kohlendioxid und Feinstaub aus der Luft, schützen gegen Lärm und kühlen im Sommer." Sein nächster Streich: ein Gemüsemodul, wo man die Gewürze von der Küchenwand zupfen kann. Außerdem feilt er an der Begrünung dreidimensionaler Skulpturen - und von Zimmerdecken.
Features
ZUR PERSON
Johannes Leitner wurde am 15. März 1971 in Haus im Ennstal geboren. Er absolvierte eine Ausbildung zum Restaurator und bekam ein Kunststipendium für Venedig. Ab 1995 war er als freischaffender Künstler tätig.
2004 begann Leitner, an der Begrünung von Wänden zu arbeiten.








