Eine Frage der Handhabung
Zum Kommentar "Mutwillig verpasst" vom 15. Oktober
Unsere Frau Bildungslandesrätin erklärt uns also "Mit ernstem Bemühen", dass die gewaltsame Zerschlagung der Bildungseinrichtung Grabnerhof, wo 115 Jahre lang Mädchen und Burschen gemeinsam unterrichtet wurden, einzig und allein dazu dient, dass Mädchen und Burschen in Zukunft gemeinsam lernen können?!
Abgesehen davon, dass die Hauptbetroffenen (die Schüler) in derartige Überlegungen sowieso nicht eingebunden werden, stellt sich die Frage der praktischen Handhabung des getrennten "gemeinsamen" Unterrichts. Geschlechtsunabhängiger Unterricht in einer Schule für Land- und Ernährungswirtschaft lässt sich problemlos durchführen, der Schwerpunkt Forstwirtschaft am Grabnerhof dürfte den Mädchen jedoch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Erwiesenermaßen gehört gerade die Motorsägenarbeit zu einer der anstrengendsten körperlichen Tätigkeiten und manche 14- bis 18-jährige Mädchen dürften sich zu Recht vor einer Überforderung fürchten.
Zudem könnten sich die zuständigen Stellen den Dank der Region schneller sichern, wenn die lange verschleppte Sanierung des Grabnerhofes endlich durchgeführt würde und die Schüler nicht mehr in einem Gebäude mit dem spröden Charme eines Wiener Nachkriegsgemeindebaues und der Ausstattung eines russischen Gefangenenlagers hausen müssten.
Christian Forstner, Hall







