Skyrunner im ewigen Eis
Christian Stangl macht sich nicht nur auf zu einer der härtesten Bergtouren der Welt. Er vermisst den Antarktis-Gipfel auch neu - und will Alpingeschichte schreiben.

Foto © APADer Obersteirer Christian Stangl erfüllt sich tief im eisigen Süden seinen Lebenstraum
Wo andere kaum noch einen Schritt vor den anderen setzen können, rennt er schnurstracks dahin. Christian Stangl aus Hall bei Admont erklimmt aber nicht nur die höchsten Berge dieser Welt in Rekordzeit, er sucht auch immer wieder erfolgreich nach ungewöhnlichen Herausforderungen. Heute macht er sich zum Beispiel auf den Weg zu einer Expedition, die ausgefallener nicht sein könnte. Ausgerechnet mitten im ewigen Eis der Antarktis will er die Geschichte neu schreiben.
Wie berichtet, ist der 43-Jährige überzeugt davon, dass der zweithöchste Berg der Antarktis - der Mount Tyree (4852) - eigentlich der höchste ist. Also höher noch als der Mount Vinson (4897). Um das zu beweisen, kraxelt Stangl mit demselben GPS-Gerät auf den Tyree-Gipfel, mit dem 1997 der Mount Vinson vermessen wurde.
Ein Landvermessungseinsatz, der selbst für einen Profi anspruchvoll ist. "Seit 1997 war keiner mehr auf dem Tyree, insgesamt haben es überhaupt erst sieben Leute ganz hinauf geschafft." Das Problem sei das Eis. "Es ist wie Beton, die Eisplatte 2500 Meter hoch." Die Route der Erstbegeher im Jahr 1967 konnte nie wiederholt werden. Das waren damals wilde Hunde."
Ein "wilder Hund" ist Stangl auch, warum ihn jetzt der Vermessungs-Ehrgeiz gepackt hat, muss er erklären: "Der Mount Tyree wurde vor 40 Jahren vermessen, das kann man heute mit modernen Methoden sicher besser machen. Der Mount Vinson wiederum wurde siebenmal vermessen. 1997 hatte er 5140 Meter, heute 4897. Ich vermute also, dass der Tyree höher ist."
Doch selbst wenn sich Stangl, wie er selbst sagt "seinen Lebenstraum" erfüllt und es auf den Gipfel des Tyree schafft, bleibt der Auftrag nicht ohne. "Ich muss mindestens zehn Minuten bei eisiger Kälte ausharren, denn das GPS-Gerät braucht die Signale von drei Satelliten." Dass alles gut geht, davon geht der Skyrunner aus. "Der Rückflug ist für 20. Dezember geplant. Und wenn alles passt, stelle ich natürlich auch den Geschwindigkeitsrekord für die Tyree-Gipfelbesteigung auf."
Obwohl: "Der Rekord ist diesmal gar nicht so mein Ziel."







