Schulbank für die Ärmsten
Nach Erdbebenhilfe für Pakistan: Der Admonter Rainer Göschl (68) stellte ein Schulprojekt für die Kinder vergessener Bergbauern auf.
Für 143 Kinder in einem Bergdorf Pakistans eröffnet sich derzeit eine neue Welt. Dank des Pensionisten Rainer Göschl aus Hall bei Admont. Denn die Mädchen und Buben des einstigen Katatrophengebiets dürfen zum ersten Mal in eine richtige Schule.
Obdachlos. Vor drei Jahren erlebte der begeisterte Alpinist (er ist Vater des Everest-Bezwingers Gerfried Göschl) die Folgen des letzten Erdbebens in der Region hautnah mit. Drei Millionen Menschen wurden obdachlos. Spontan startete er eine Hilfsaktion, die - auch dank der Leser der Kleinen Zeitung - innerhalb kurzer Zeit mehr als 120.000 Euro einbrachte. "Wir konnten damit 22.000 Menschen drei Monate lang versorgen", ist Göschl heute noch stolz.
Schülerinnen. Aus der spontanen Katastrophenhilfe wurde jetzt ein Projekt mit Zukunft: Die "Pakistan-Austrian-Primary-School" in einem Bergdorf nahe Beshan im oberen Industal - mitten im einstigen Erdbebengebiet - ist seit Anfang September eröffnet. "Die Sprösslinge der Bergbauern sind die Ärmsten der Armen. Und ich bin auch froh, dass es mir gelungen ist, die Ehrenmänner der Dörfer davon zu überzeugen, dass die Hälfte der Schüler Mädchen sein müssen." In einem Stammesgebiet, in dem Frauen traditionell wenig Rechte haben, eine Ausnahme.
Lebenswerk. Das Schulgebäude, ein Ziegelmassivbau, der Platz für vier Klassenzimmer bietet, ist natürlich mit einem Stahlbetonskelett ausgestattet - "und damit das einzige Gebäude weit und breit, das erdbebensicher ist". Doch dabei soll es nicht bleiben. "Diese Region wird von der pakistanischen Regierung vergessen", so Göschl, "Deshalb will ich weiterbauen." Stein für Stein - ein Lebenswerk.
Features
Die Aktion
2005 erlebte der Pensionist Rainer Göschl das Erdbeben hautnah mit. Für die damals entstandene Hilfsaktion wird nach wie vor gesammelt. Spenden an die Raiba Admont, KW: "Schule in Pakistan". Blz.: 38001, Ktnr.: 96966








