Nostalgie-Idee: Mit der D-Mark in den Urlaub
Werbegag in der Eurokrise: Seehotel Grundlsee akzeptiert ab sofort wieder D-Mark. Das Echo auf die Aktion überrascht selbst die Erfinder.

Foto © HuemerIm Seehotel Grundlsee kann man nun mit D-Mark zahlen
Es hätte ein kleiner Scherz sein sollen. "Eine nette Aktion in Zeiten der Eurokrise", erklärt Hoteldirektor Rainer Ogrinigg. Mit dem medialen Echo hat er nicht gerechnet. So gut wie alle österreichischen Nachrichten-Portale und viele deutsche Fachmedien wuchteten die Meldung im Internet auf ihre Aufschlagseiten. Die Headline "Hotelier lockt deutsche Gäste mit D-Mark" wurde wechselweise als Wirtschaftsnews und Retro-Kuriosum verkauft. "Es gab viele Anfragen, teilweise auch aus Deutschland, die Printberichte warten wir noch ab", freut sich Ogrinigg über die große Aufmerksamkeit und ergänzt: "Was es an Buchungen bringt, ist natürlich eine ganz andere Sache."
Werbetechnisch scheint es jedenfalls ein Volltreffer gewesen zu sein: Gäste können im Seehotel Grundlsee ab sofort wieder mit D-Mark zahlen. "In Deutschland, einem Hauptmarkt für unsere Urlaubsregion, sind noch 13 Milliarden der alten Währung unterwegs. Den Euro gibt man bekanntlich nicht so gerne aus, also akzeptieren wir ab sofort auch wieder die D-Mark als Zahlungsmittel - und zwar in jeder Form", so Ogrinigg. Man nehme gerne auch Münzen, schmunzelt der Hotelier, der darauf hinweist, dass man für den Kaffee statt der zwei Euro jetzt auch ganz einfach vier D-Mark auf den Tisch legen könne. "Auch Aufenthalte, Spa-Besuche oder Restaurantrechnungen können in D-Mark beglichen werden."
Schilling-Aktion
Ogrinigg, der auch das Schlosshotel Gabelhofen in Fohnsdorf führt, hatte für dieses Hotel bereits einmal auf den Schilling als Zahlungsmittel zurückgegriffen. Die alten Währungen tauscht er dann bei der Nationalbank in Euro zurück. "Und das geht mit der D-Mark wesentlich einfacher als mit dem Schilling. Dafür muss man bei der Nationalbank oder einer Wechselstelle vorbeischauen. Mit der D-Mark lässt sich das unkompliziert auf dem Postweg erledigen." Siehe auch Seite 33







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