In Gaishorn wird es hörbar leiser
Nach langem Kampf der Anrainer und Behördeninterventionen investiert Mayr-Melnhof in Gaishorn eine Million Euro in den Lärmschutz.
Das Unternehmen hat die Strategie gewechselt: Statt Mauern und Schweigen wird neuerdings auf den Dialog mit der Bevölkerung gesetzt. Gestern wurden die Gaishornerinnen und Gaishorner zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, konnten das Werk besichtigen und sich vor allem über die geplanten - und zum Teil bereits umgesetzten - Lärmschutzmaßnahmen informieren. Das Interesse war groß, laut einer Sprecherin des Unternehmens hatten sich 170 Bewohner für eine Besichtigung angesagt.
Drei Lärmquellen machen den Anrainern vor allem zu schaffen: das Brettsperrholzwerk, das Sortierwerk und die Trockenkammern. Bei der BSP-Halle wird die außen befindliche Absauganlage komplett eingehaust und mit speziellen Materialien schallgedämmt. "Die Planung ist abgeschlossen, die Arbeiten erfolgen im Dezember, denn dafür müssen wir den Betrieb stilllegen", erklärt Geschäftsführer Herbert Kroiss. Als Übergangslösung wurde die Absauganlage mit Brettern abgeschirmt. Ziel ist die Reduktion der Lärmemission um acht Dezibel. Im Sortierwerk laufen die Sanierungsarbeiten bereits seit April. Die Nordseite der Halle wurde innen mit Dämmmatten ausgekleidet, im Außenbereich und an Maschinen in der Halle wurden ebenfalls Einhausungen vorgenommen. Angepeilt werden hier minus zehn Dezibel.
Bei den Trockenkammern wurden und werden Lärmschutzwände errichtet, außerdem wird die Frequenz der Ventilatoren von 22 bis 6 Uhr früh reduziert. "Wir sind bestrebt, alle Auflagen einzuhalten und die Emissionen möglichst gering zu halten", betont Herbert Kroiss. Bis Ende des Jahres sollen alle Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Ein weiteres Problem sind (noch) fehlende Genehmigungen für Anlagenteile, zwei Trockenkammern sind derzeit behördlich stillgelegt.
Das Werk
Die Standorte Gaishorn und Kalwang sind zu einem Unternehmen verschmolzen, beschäftigt werden insgesamt 300 Mitarbeiter, der Großteil in Gaishorn. Produziert werden Brettschicht- und Brettsperrholz, der Exportanteil liegt bei 75 Prozent. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Biomassekraftwerk (Cycleenergy), das mit dem Werk eine Energie-Kreislaufwirtschaft betreibt samt Pelletproduktion.







