Expertise ist eindeutig
Gutachten gibt Anrainern in Gaishorn Recht: Lärm von Drei-Schicht-Betrieb stört die Nachruhe und gefährdet dadurch die Gesundheit.
Das ärztliche Gutachten aus der Landessanitätsdirektion lässt keine Zweifel offen: Der Betrieb, vor allem in der Nacht, der Holzindustrie in Gaishorn (Mayr-Melnhof) ist zu laut, den Anrainern drohen gesundheitliche Schäden. "Die dauern auftretenden spezifischen Schallpegelspitzen aus der Betriebsanlage führen zu Schlafstörungen", steht in dem Gutachten der Medizinerin Andrea Kainz zu lesen. Die Folgen seien zum Beispiel Konzentrationsstörungen, Aufmerksamkeits- und Befindlichkeitsstörungen. Wörtlich wird in der Expertise eine "starke negative Beeinflussung des Gesundheitszustandes der Anrainer" ausgewiesen. Bedingt durch die Schlafstörungen seien gesundheitliche Beeinträchtigungen "mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten".
Als Grenzwert für Lärmpegelspitzen in der Nacht werden 50 Dezibel genannt, gemessen wurden Werte bis 58 Dezibel. Überschritten werden auch die Werte für Dauergeräusche, die "unter 40 Dezibel liegen müssen" (Gutachten), es wurden aber Werte von mindestens 48 Dezibel gemessen. Die medizinische Sachverständige fordert ein lärmtechnisches Sanierungskonzept, damit weitere Gesundheitsbeeinträchtigungen verhindert werden.
Bezirkshauptmann Josef Dick hat mittlerweile den Betrieb von zwei Trockenkammern untersagt, diese Maßnahme wird von Anrainern auch goutiert. "Aber Lärm entsteht etwa auch durch Staplerfahrten und in der Sortieranlage", so Anrainer.
Dem Unternehmen werde ein Sanierungskonzept vorgeschrieben, heißt es in einem Brief der Behörde an die Betroffenen. Das Ersuchen, es möge mitgeteilt werden, welche Anlagen als besonders störend empfunden werden, nahmen die Betroffenen mit mäßigem Wohlwollen zur Kenntnis: "Das haben wir x-fach erklärt und dokumentiert, diese Beschwerden liegen auf, daher wirkt dieses Ansinnen höchst seltsam." In der Causa sind auch Strafrechtsverfahren anhängig.








