Danke und Wiedersehen
Gemeinde Bad Aussee will sich vom Direktor des Vital-Bades trennen. Gesellschafter des Kurbetriebes wissen davon offiziell nichts.

Foto © huemerDem Vitalbad in Aussee kommt der Direktor abhanden, nächste Woche soll der Beschluss dazu fallen
Bad Aussee hat wieder ein Tagesgespräch: Der langjährige Direktor des Vitalbades, Josef Brückl, soll auf Wunsch der Stadtgemeinde verabschiedet werden. Das Gerücht tauchte erstmals bereits vor mehreren Wochen auf, wurde damals aber nicht bestätigt. Jetzt ist die Ablöse fix, der Betroffene wurde bereits darüber informiert, der Beschluss soll nächste Woche in der Gemeinderatssitzung gefasst werden.
"Es stimmt, das Dienstverhältnis wird aufgelöst", bestätigt Josef Brückl. Unvorbereitet habe ihn das nicht getroffen: "Es hat sich abgezeichnet, ich war darauf vorbereitet." Er nehme die Entscheidung "zur Kenntnis", viel mehr wollte Brückl zu seinem Abgang nicht sagen. Er habe für sich selbst Perspektiven und könne mit der Situation "sehr gut umgehen."
In der Bad Ausseer Kurbetriebsgesellschaft, die das Bad betreibt, hält die Stadtgemeinde mit gut 68 Prozent die Mehrheit, weitere Gesellschafter sind das zur Volksbank gehörende Hotel Erzherzog Johann und die Steiermärkische Bank (je 11,7 Prozent) und der Kurfonds Bad Aussee mit 7,8 Prozent. "Wir wissen nichts davon, das ist schon etwas eigenartig ", sagt Volksbank-Chef Herbert Angerer, ihm seien nur die seit Längerem kursierenden Spekulationen darüber bekannt. Der Hintergrund sei aus seiner Sicht die Absicht, ab Herbst die neue Betreibergesellschaft, die später auch die geplante Anlage auf dem Reiterer Plateau führen soll, zu installieren. "Aber das ist alles noch sehr vage, ein Betreiber ist zwar im Gespräch, aber noch nicht fixiert, und niemand weiß, ob dort oben tatsächlich gebaut wird", so Angerer. Eine Ablöse erscheine ihm vor diesem Hintergrund wenig sinnvoll.
Das bestehende Ausseer Vitalbad habe schon bessere Zeiten erlebt, "große Erfolgserlebnisse haben wir momentan nicht, wir können auf die neue Marktsituation nicht antworten", erklärt Josef Brückl. Die neue Therme in Bad Mitterndorf sei natürlich eine Konkurrenz, Bad Ischl spüre Aussee weniger.
Bürgermeister Otto Marl war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.








