Ortserneuerung entzweit Anrainer und Gemeinde
Bad Mitterndorfer Grundeigentümer fühlen sich von der Gemeinde überfahren. Kompromiss-Variante scheiterte an 1200 Euro.

Foto © Pliem
Nach der Eröffnung der neuen Grimmingtherme will sich Bad Mitterndorf auch ein frisches Antlitz geben und den Ort erneuern - für eine bessere Optik und mehr Lebensqualität. Eine Anrainerin und Mit-Eigentümerin eines angrenzenden Hauses samt Grundstück fühlt sich durch die Planungen der Gemeinde in ihrer Lebensqualität aber eingeschränkt und versucht seit Monaten, einen Konsens zwischen ihren und den Bedürfnissen der Marktgemeinde zu erreichen. Der Stolperstein: Ein geplanter Gehsteig quert das private Grundstück, die ebenfalls dort befindlichen privaten Parkplätze der selben Eigentümer wären deutlich verkürzt und aus Sicht der Betroffenen nicht mehr als Stellflächen brauchbar gewesen.
"Wir hätten auf öffentliches Gut ausweichen müssen - selbiges wurde übrigens im Jahr 1978 von meinen Eltern an die Gemeinde abgetreten, Grund war auch damals eine Ortserneuerung", erinnert sich Waltraud Salfelner, Miteigentümerin der jetzt umstrittenen Grundfläche. Detail am Rande: Für die Baumaßnahmen hätten die Eigentümer einen Kostenanteil in der Höhe von rund 5000 Euro leisten sollen, ungeachtet, dass privater Grund öffentlich genutzt wird.
Es folgten viele Gespräche zwischen Gemeindevertretern und der Familie, wobei manche Ideen nicht unbedingt als vertrauensbildende Maßnahme gewertet wurden: "Wir erhielten den Vorschlag für einen Servitutsvertrag, in dem wir immerwährend und unentgeltlich die öffentliche Benützung unseres Grundes gestatten sollten. Der Kostenbeitrag wäre trotzdem zu zahlen gewesen." Die Gemeinde hätte sich im Gegenzug zur Erhaltung und Schneeräumung verpflichtet. "Das mussten wir zurückweisen, damit hätten wir quasi unsere eigene Enteignung unterschrieben", erklärt die Besitzerin.
Erhaltungsbeitrag
Nach zähen Verhandlungen sei die Planung geändert und ein Kompromiss erzielt worden. Ein einziger Punkt sei strittig geblieben: Die Familie ersuchte die Gemeinde um einen Kostenbeitrag für die Erhaltung der Parkplätze. Diese (einige sind an ein Lokal mit vermietet) werden unter Duldung der Eigentümer von jedermann kostenlos genutzt, für die Schneeräumung und andere erforderliche Arbeiten kommen die Besitzer auf. "!200 Euro pro Jahr hätten wir uns als Beitrag der Gemeinde vorgestellt, die über diese Parkplätze ja auch sehr froh ist." Die Gemeinde wollte aber nicht in die Kassa greifen - daran droht das Projekt zu scheitern. "Unsere Grundfläche wurde aus der Planung für die Ortserneuerung einfach herausgenommen und gleichzeitig wird uns der Schwarze Peter zugeschoben", sagt Waltraud Salfelner. Bürgermeister Karl Kaniak wollte sich auf Anfrage zu der Causa nicht äußern.









