Salzkammergut: Täglich bis zu 160 Lkw weniger
Erstmals hat das Land Oberösterreich Zahlen seit der Einführung des Tonnagelimits veröffentlicht. Schwerverkehr deutlich zurückgegangen.

Foto © PrivatInitiative stellt sich gegen eine Ausnahme von Holztransportern vom 3,5-Tonnagelimit
Bisher hat die Bürgerinitiative "Lebensraum Salzkammergut" oft selbst gezählt. Jetzt gibt es erstmals offizielle Zahlen des Landes Oberösterreich, die auch einen Vergleich zulassen, wie sich der Schwerverkehr seit Einführung des Tonnagelimits in Richtung Steiermark entwickelt hat. Auf der Zählstelle, die sich direkt auf der Höhe des Pötschenpasses an der Salzkammergut-Straße B 145 befindet, wurde ein Rückgang um bis zu 25 Prozent festgestellt. "In jedem Monat ist der Schwerverkehr deutlich zurückgegangen. Besonders stark waren die Zahlen jedoch im September", erklärt Silvester Leitner, Sprecher der Bürgerinitiative. Rund 160 Schwerfahrten weniger wurden da heuer im Vergleich zu 2010 gezählt. "Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Bis Jahresende gibt es eine Schwerverkehrsreduktion um bis zu 43.000 Fahrten. Damit wurden 850.000 Tonnen Güter wieder auf Autobahnen statt regionalen Straßen transportiert."
Keine Sheriffs
Die Initiative hat bekanntlich seit Oktober auch eine "Aktion scharf" laufen. Frächter, die trotz des 3,5-Tonnen-Limits auf der B 145 unterwegs sind und nicht zum Ziel- und Quellverkehr gehören, werden angezeigt. "Es sind immer wieder dieselben Unternehmen, die sich nicht und nicht dran halten. Wir haben bereits einige angezeigt. Es handelt sich dabei um Firmen auf steirischer Seite des Pötschens", so Leitner, der allerdings ebenso wie der Ausseer Vertreter Reinhard Hensle meint: "Wir sind keine Sheriffs. Aber wenn es die Regelung gibt, sollen sich die Frächter auch daran halten."
Ein klares Nein gibt es von ihnen übrigens zu den Wünschen der Wirtschaft, Holztransporter grundsätzlich vom Tonnagelimit auszunehmen. "Die großen holzverarbeitenden Betriebe in Lenzing, Steyrermühl oder Laakirchen verfügen über eigene Bahnanschlüsse. Entweder Autobahn oder gleich auf die Bahn, aber kein Schwerverkehr auf den Bundesstraßen in sensiblen Tourismusgebieten."








