Blauer Montag im Ausseerland
Wenn Unternehmer, Wirtsleute und Geschäfte an einem Werktag freiwillig zusperren und ihre Mitarbeiter einladen, ist Kirimontag in Altaussee.

Foto © Jürgen FuchsKirtag ist auch Trachtenmodenschau vor prachtvoller Naturkulisse
Zeltfeste gibt's viele. Sie enden in der Regel alle mit dem Wochenende. Im Ausseerland tanzt man hier wieder einmal aus der Reihe. Beim Altausseer Kirtag ist der Montag längst ins Festprogramm integriert. Er firmiert dort - auch wenn das nirgendwo festgeschrieben ist - als "Einheimischen-Tag". Ursprünglich wollten es sich die Altausseer selbst einen Tag lang gemütlich machen, nachdem sie zwei Tage für die Gäste durchgearbeitet hatten.
Entwickelt hat sich daraus in den vergangenen 50 Jahren einer der höchsten Feiertage im Ausseerland, an dem kaum jemand vorbeikommt. Wirte, Handwerker, Supermärkte, ja sogar Behörden sperren am so genannten "Kiri-Montag" zu und man marschiert in Dirndl und Lederhose zum Kirtag. Die Chefitäten sind dabei in der Regel fürs Zahlen zuständig, und ein Unternehmen, das sich an diesem Tag nicht im Bierzelt anschauen lässt, wird mitunter nachher schief angeschaut. Weihnachten vergisst man schließlich auch nicht.
"Die Firmen verlieren den Umsatz von einem Tag. Warum sie das trotzdem machen? Ich glaube, es ist eine Art Dankeschön für die Feuerwehr und auch die vielen Gäste, die wir mit dem Kirtag in die Region bringen. Davon profitieren ja alle", erklärt Kommandant und Bierzelt-Chef Werner Fischer.
Er hatte am Montag überhaupt gut lachen. "Seit 10 Uhr am Vormittag ist unsere Wehr schuldenfrei. Ich habe gerade die letzte Rate bezahlt. Ein echter Freudentag", strahlt der Kommandant übers ganze Gesicht. Damit ist das Rüsthaus samt den Fahrzeugen und einem Gastronomiebetrieb, den die Feuerwehr besitzt, abbezahlt. "Aber keine Angst, wir denken schon wieder an die nächste Investition."











