Abtritt für den Prinz der Narzissen
Max Pürcher weiß, was Narzissenköniginnen wollen. Heuer ist er zum letzten Mal offiziell Betreuer der Hoheiten und damit der wichtigste Mann im Leben einer Blumen-Prinzessin.

Foto © APAMax Pürcher
Das Lachen wird immer verzwickter. "Hilfe, ich muss so dringend aufs Klo." So einfach weglaufen kann die Narzissenkönigin aber nicht. Vor ihr stehen rund 40 Leute mit gezückter Kamera und wollen unbedingt fotografieren. Für solche Momente ist Max Pürcher da. Er übernimmt die Regie und unterhält die Gäste mit einem Scherz. Nach dem kurzen Intermezzo ist die Menge erheitert, die Königin erleichtert - jetzt kann wieder weiterfotografiert werden. Viele ähnliche Situationen hat Pürcher im Lauf seiner Amtszeit schon erlebt. Er ist "Hoheiten-Betreuer" - ein offizielles Amt im Personalplan des großen Blumenfestes. Zusammen mit Hans Loitzl, dem zweiten Narzissenprinz, schnürt er für die Hoheiten während der Festtage ein Rundum-Sorglos-Paket.
Tabletten & Strumpfhosen
Die beiden gehen mit den Damen zur Anprobe des Dirndls, chauffieren sie zu den Terminen und haben die Kopfwehtablette oder Reserve-Strumpfhose für alle Fälle mit im Gepäck. "Es gibt tatsächlich fast nichts, was wir nicht auf die Reihe kriegen und viele Hoppalas, die passiert sind, kann man gar nicht erzählen", schmunzelt Pürcher.
Nach fünf Jahren macht er den Job heuer zum letzten Mal. Es ist jedes Mal ein Marathon - nicht nur für die Hoheiten, auch für ihre Betreuer. "Wir absolvieren während der Narzissenfesttage im Ausseerland sicher an die 50 Termine." Dazu kommen Dutzende Fotoshootings. Jedes Medium möchte die Hoheiten an einem möglichst exklusiven Platz fotografieren. Die einen mit der Plätte am See, die anderen in der Blumenwiese und wieder andere auf dem Loser. Pürcher muss all die Wünsche koordinieren und dazu mit den Damen pünktlich bei den offiziellen Veranstaltungen erscheinen.
Im Rückblick gibt es für seine Königinnen nur Lob: "Mein Vorgänger hat erzählt, dass er auch immer wieder Zickenkrieg schlichten musste. Das hat es bei mir nie gegeben. Die Zusammenarbeit war mit allen Hoheiten einfach nur fantastisch."








