Petition abgeschmettert
Die gefassten Beschlüsse für den neuen Standwort seien Antwort genug, lautet die Antwort der Ausseer Polit-Spitze an die Kaufmannschaft.
In der Gemeinderatssitzung Ende März übergaben Vertreter der Ausseer Kaufmannschaft an Bürgermeister Otto Marl mehr als 1500 Unterschriften zum Bau des neuen Bades auf dem alten Standort statt auf dem Lerchenreither Plateau. Gleichzeitig wurde kritisiert, dass der Gemeinderat auf eine bereits im November des Vorjahres eingebrachte Petition der Kaufmannschaft nicht geantwortet hat.
Dieses Versäumnis holten der Bürgermeister und sein VP-Vize Franz Frosch jetzt nach und schickten eine Stellungnahme. Darin wird auf die Beschlüsse der letzten Sitzung verwiesen, damit habe sich der Gemeinderat "mehr als deutlich deklariert", dass an dem gewählten Standort festgehalten werde. "Diese Beschlussfassung ist wohl unzweifelhaft als die Behandlung und Beantwortung der beiden Eingaben zu betrachten", werden Kaufmannschaft und Unterzeichner der Unterschriftenliste belehrt. In dem Schreiben wird auch die Seriosität der geleisteten Unterschriften angezweifelt: Einige Kaufleute hätten ihre Unterschrift wieder zurückgezogen und es hätten auch Personen unterzeichnet, die "nicht zur Vertretung des jeweiligen Unternehmens befugt waren", monieren Marl und Frosch.
Von den mehr als 1500 Unterzeichnern seien rund 470 nicht in Bad Aussee wohnhaft, 150 würden von Zweitwohnungsbesitzern stammen und "30 altersbedingt nicht Wahlberechtigten". Kritisiert wird in dieser Stellungnahme auch, dass etwa von der Volksbank, die ebenfalls eine Studie zum Bad-Neubau erstellen ließ und für den bisherigen Standort kämpft, kein konkretes Alternativprojekt vorgelegt worden sei. Gottfried Hochstetter von den Grünen bezeichnete dieses Antwortschreiben als "frech", die Kaufmannschaft hat sich dazu bis jetzt nicht öffentlich geäußert.
Das Projekt auf dem Lerchenreither Plateau hängt nach wie vor in der Warteschleife, die Gemeindeaufsicht prüft noch die geplanten Beteiligungen der Stadtgemeinde. Das grüne Licht der Aufsicht ist auch die Voraussetzung für Fördermittel vom Land.









