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Zuletzt aktualisiert: 21.04.2010 um 20:07 UhrKommentare

Schulzentrum Bad Aussee beginnt österreichischen Pilotversuch

Auf Einladung von Bürgermeister Otto Marl traf man sich in Bad Aussee zu einem prominent besetzten Schulgipfel, um Weichenstellungen für die Zukunft des Bundesschulzentrums vorzunehmen.

Foto © Peter Ebner

Unter dem Vorsitz des amtsführenden Landesschulratspräsidenten HR Mag. Wolfgang Erlitz diskutierten die zuständigen Landesschulinspektoren, die Direktoren Hütter (HAK/HIT), Peinsipp (BORG) und Sams (HLW), Robert Pichler vom Jugendhaus des Landes und drei VertreterInnen der Lehrerkollegien.

Präsident Erlitz teilte mit, dass es nach den Pensionierungen der drei Direktoren ab 2012 voraussichtlich eine gemeinsame Leitung für die vier Schulen des Bundesschulzentrums unter Beibehaltung der Wahlmöglichkeiten für die Schüler geben wird. Das dafür nötige Gesetz wird im Juni in den Nationalrat eingebracht.

Wegen sinkender Geburtenzahlen wird österreichweit über neue Wege für kleine Schulzentren nachgedacht. Dabei soll die Konkurrenzsituation der einzelnen Schulen abgebaut, mögliche Synergien genützt und so trotz finanzieller Einsparungen das Bildungsangebot für die Schüler der Region verbessert werden. Vom Gegen- zum Miteinander muss die Devise lauten. So schön die familiäre Atmosphäre einer kleinen Schule ist, braucht man doch für ein entsprechendes Angebot an Wahlmöglichkeiten bei Fremdsprachen, Ausbildungsschwerpunkten etc. eine größere Schülerzahl. Ab dem nächsten Schuljahr werden bereits das Personalmanagement, die Lehrerfortbildung und einige Freigegenstände schulübergreifend organisiert. Der wichtigste Schritt war aber die Einsetzung einer ?Visionsgruppe 2012 plus“, wie sie HR Mag. Dr. Robert Hinteregger, Landesschulinspektor der AHS, sehr treffend nannte. Sie soll ein Modell der Zusammenarbeit zwischen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in einem Zentrum erarbeiten, welches beispielhaft für Österreich werden kann.

Auch die Hauptschulen sollen in diesen Entwicklungsprozess eingebunden werden, um das Angebot besser aufeinander abzustimmen. Flexibilisierung, Durchlässigkeit und Orientierung an den Talenten und Neigungen des einzelnen Schülers sollen Leitlinien sein. Die Ressourcen aller Schulen im Haus werden als gemeinsames Grundkapital gesehen und vom Personal bis zur Computerausstattung schulübergreifend effizient eingesetzt. Wissenschaftlich begleitet wird die Arbeitsgruppe vom Institut für Schulentwicklung der Pädagogischen Hochschule Graz.

Durch ein Mantelleitbild für das Bundesschulzentrum und eine gemeinsame Marketingstrategie wird man sich in der österreichischen Bildungslandschaft neu positionieren. In Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus des Landes will man auch Schüler außerhalb des Ausseerlandes ansprechen. Die Weichen sind gestellt, der Zug ist in Bewegung.

Peter Ebner

Leser-Reporter

Dieser Artikel wurde uns von Leser-Reporter Peter Ebner aus Bad Aussee geschickt.

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