Regieanweisungen in Wasners Welt
Der Freiheitliche hat sich mehrmals gedreht - Einflüsterer im Hintergrund vermutet.
Während andere Mandatare in anderen Gemeinden noch mit Nachwehen des Wahltages zu kämpfen hatten oder damit beschäftigt waren, ihre Euphorie oder Enttäuschung zu bearbeiten, war Hannes Wasner in Aussee bereits putzmunter und mit sich und der Welt im Reinen: "Keinen Tag mit Otto Marl", tönte seine Botschaft bereits am frühen Montag nach dem Wahlsonntag im Brustton der Überzeugung. Mit dem Grünen Mandatar Gottfried Hochstetter war er zu diesem Zeitpunkt bereits übereingekommen, Franz Frosch von der ÖVP zum Bürgermeister zu wählen. Der ließ aber von Anfang an Sympathie für die SPÖ erkennen.
Während sich Marl und Frosch bereits handelseinig gewesen sein dürften, stand auf der Homepage der Wasner-Liste von "fruchtbaren Gesprächen mit Franz Frosch und Gottfried Hochstetter über eine zukünftige Politik der Vernunft in Bad Aussee" zu lesen, die Rede war wörtlich von einem "Politikwechsel". Kurz darauf bot Wasner überraschend an, gemeinsam mit den Grünen doch Marl zum Bürgermeister für die volle Periode zu wählen.
In Aussee mehren sich Stimmen, die hinter Wasner einen Drahtzieher im fernen Wien vermuten: Stefan Pehringer, den Bruder des tragisch aus dem Leben geschiedenen Funktionär des SV, der aufgrund der Fußball-Tragödie noch eine Rechnung mit Marl offen haben dürfte. Untermauert wird diese These von kursierenden Mails, in denen der Sozialdemokrat Pehringer dem "blauen" Wasner detaillierte "Regieanweisungen" für die Verhandlungen erteilt. UTE GROSS









