In Bad Aussee dreht sich das Personalkarussell
Wer wird Bürgermeister von Bad Aussee: Otto Marl, Franz Frosch oder doch Günther Köberl? Am wahrscheinlichsten ist eine "Halbzeitlösung".
Je länger die Verhandlungen dauern, desto prächtiger entwickeln sich die Geschichten in der Gerüchteküche. Rund um den Bürgermeister-Poker in Bad Aussee gibt es mittlerweile mehrere Versionen. Manche werden ganz offen präsentiert. Bürgermeister Otto Marl von der SPÖ meint etwa in einem Dankesbrief an die Wähler: "Die Mehrheitspartei stellt den Anspruch auf den Bürgermeister. Ich hoffe, dass auch die nächsten fünf Jahre unter sozialdemokratischer Führung stehen." Darüber ärgern sich vor allem die kleineren Parteien - Grüne und freiheitliche Liste. Sie sind nicht zuletzt mit dem Anspruch angetreten, Bad Aussee zu verändern. "Damit ist ganz klar die Abwahl der aktuellen Führung gemeint", so der einhellige Tenor.
Jetzt zeichne sich hingegen wieder eine SPÖVP-Fusion ab. "Noch dazu nicht unter Franz Frosch, sondern Günther Köberl, der nach drei Jahren von Otto Marl übernehmen soll", ärgern sich manche.
Köberl nicht im Rennen
Offiziell gibt es von der ÖVP dazu überhaupt keine Stellungnahme. "Es ist auch noch nichts unterschrieben, wir wenden uns erst nach den Osterfeiertagen an die Öffentlichkeit", erklärt Vizebürgermeister Franz Frosch.
Gut informierte Kreise innerhalb der ÖVP dementieren die Köberl-Version. "Es stimmt, dass es in Richtung Halbzeitlösung geht, allerdings nicht mit Günther Köberl, sondern natürlich mit Franz Frosch."
Die SPÖ hat angeblich viel in die Waagschale geworfen, um für weitere fünf Jahre den Bürgermeister zu halten und dabei etwa den Finanzreferenten angeboten. Für die ÖVP keine Option, manche fragen sich, warum man - trotz Mehrheit mit Grün, Blau und Schwarz - nicht überhaupt für die gesamte Periode den Bürgermeister stellt. Zumal die Kleinparteien von sich aus angeboten haben, Frosch zum Bürgermeister zu wählen.
"Die ÖVP möchte Landmarkt und Spar nach Bad Aussee bringen. Dafür müssen Gründe umgewidmet werden, wofür man die Zweidrittelmehrheit braucht. Das kann Frosch vergessen, wenn er mit den kleineren Parteien koaliert. Außerdem hätte er Marl als gewieften Gegner in der Opposition und die ÖVP wäre nur mehr mit einem Mandat im Stadtrat. Das will er sich nicht wirklich antun", so ein Insider.








