Bad Aussee wird Alpenstadt
Bad Aussee wurde zur "Alpenstadt 2010" gewählt. Damit folgt man einem Dutzend Städte, die diese Auszeichnung bereits erhalten haben. Der Ort ist selbst verantwortlich, was er aus dem Titel macht.

Foto © Huemer
Unter dem Titel Kulturhauptstadt kann man sich etwas vorstellen. Die Bezeichnung Alpenstadt ist so etwas ähnliches, allerdings zählen in erster Linie ökologische Ziele, in weiterer Folge auch wirtschaftliche und soziokulturelle Ansätze. "Entstanden ist die Idee 1995, wir wollten etwas für Städteentwicklung in den Alpen machen", erklärt Initiator Gerhard Leeb aus Kärnten bei einer Pressekonferenz in Bad Aussee. Villach war dann 1997 zum ersten Mal Alpenstadt. "Wir dachten, dass wir alle zwei Jahre eine Stadt auswählen, der Andrang und das Interesse sind jedoch so groß, dass sich jährlich genügend Städte um den Titel bewerben." Mittlerweile wurde der Verein "Alpenstadt des Jahres" mit eigener Geschäftsführung und Hauptsitz in Liechtenstein etabliert.
Zuschlag. Bewerben kann sich jede Stadt aus dem Alpenraum zwischen Slowenien und Frankreich, deren Bewohner und Behörden sich aktiv für die Umsetzung der Alpenkonvention (Übereinkommen zum Schutz der Alpen) einsetzen. Bad Aussee bekam für 2010 den Zuschlag und präsentierte bei der Pressekonferenz einige Schwerpunkte für das kommende Jahr. Dazu zählen rund 20 mehr oder weniger ambitionierte Projekte.
Freilichtkino Koppental. So sollen etwa unter dem Titel "Freilichtkino Koppental" Interviews mit älteren Bewohnern über historische Ereignisse präsentiert werden. Bei dem Projekt Almenrauschen werden Erzähl-reisen zu 80 Almen rund um Aussee aufgezeichnet und im Internet veröffentlicht. Ein Künstlersymposium spielt ebenso eine Rolle wie der Bergsport grundsätzlich oder die Psychosomatik.
Als Projektleiter vor Ort fungiert Künstler Anton Frick. Eine Antwort nach dem Budget für die Alpenstadt blieben er und Bürgermeister Otto Marl bei der Pressekonferenz schuldig. "Natürlich haben wir etwas vorgesehen, wissen aber noch nicht genau, wo wir landen. Wir setzen außerdem auf bewusstseinsbildende Maßnahmen, die nicht immer teuer sein müssen", so Marl.
Ein fixes Programm, was im Alpenstadt-Jahr zu passieren hat, wird von der Dachorganisation nicht vorgeschrieben. "Manche lassen es sich Millionen kosten, andere weniger. Alpenstadt ist, was man daraus macht", so Leeb.







