SV Bad Aussee unter der Lupe
Ermittlungen nach Selbstmord des ehemaligen Sport-Managers des SV Bad Aussee ergebnislos eingestellt. Aber nun untersucht GKK den Verdacht der Sozialabgabenhinterziehung.

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Seit sich Hans Pehringer, der ehemalige Sportmanager des Fußballklubs SV Bad Aussee, im Jänner des heurigen Jahres das Leben genommen hatte, ermittelte die Kriminalpolizei auch im Umfeld des Vereins. Der Verstorbene soll mehrere Hunderttausend Euro bei einem anderen Ausseer Verein veruntreut haben, um damit Ausgaben des Fußballklubs zu bestreiten. Die Verantwortlichen im Verein wollen davon nichts gewusst haben. Nun wurden die strafrechtlichen Ermittlungen ergebnislos eingestellt, wie Walter Plöbst, Sprecher der Staatsanwaltschaft Leoben, der Kleinen Zeitung gegenüber bestätigte.
Mitwisserschaft. "Der Verdacht auf Mitwisserschaft oder gar Beitragstäterschaft von Verantwortlichen des SV Bad Aussee konnte nicht erhärtet werden", so Plöbst. "Es ist äußerst schwierig zu beweisen, dass jemand etwas gewusst hat", erklärt auch der erhebende Beamte des Landeskriminalamtes, Außenstelle Niklasdorf. Belege und Zeugenaussagen in den Kriminalakten zeigen auf jeden Fall, dass Hans Pehringer finanzielle Geschäfte für den Verein getätigt hat - Punkteprämien, Unterkünfte des Kaders oder Gebühren für Leihspieler wurden von Pehringer stets in bar bezahlt. Für eine Anklage hätte Mitwisserschaft von Verantwortlichen des Vereins aber ohnehin nicht ausgereicht. "Zumindest eine Beitragstäterschaft wäre notwendig gewesen", so Plöbst.
Abputzen. Doch Stefan Pehringer, der Bruder des Verstorbenen, gibt sich nicht geschlagen. Eine erste Klage, dass der Regionalliga-Klub die "Stellungnahme in der Causa Pehringer" von der Vereins-Homepage nehmen muss, hat der Jurist gewonnen. "Als Familie sind wir empört, dass sich die anderen jetzt abputzen." Er geht von Mitwissern aus.
Sportliche Belange. Beim SV Bad Aussee ist man über die Einstellung der Ermittlungen erleichtert. "Bei aller Rücksichtnahme auf die Hinterbliebenen des Verstorbenen sind wir froh, dass die Vorwürfe nun endlich vom Tisch sind und wir uns jetzt voll auf die sportlichen Belange des SV Bad Aussee konzentrieren können", erklärt Vorstandsmitglied Gerald Marl.
"Finanzielle Sorgen". Der Klub habe "finanzielle Sorgen, so wie jeder andere Verein auch", räumt Marl ein. Mit "Trenkwalder" gebe es aber nach wie vor einen Hauptsponsor, der nur nicht im Klub-Namen aufscheinen will. Neue Geldgeber zu lukrieren sei derzeit schwierig. Ausstehende Spielergehälter sollten aber längst bezahlt sein, Angst vor einem Konkurs, so Marl, gibt es überhaupt keine.
Sozialabgabehinterziehung. Nach Abschluss der Ermittlungen hat das Landeskriminalamt jetzt aber die Gebietskrankenkasse (GKK) eingeschaltet. Es bestehe der Verdacht auf Sozialabgabenhinterziehung - möglicherweise wurden Spieler nicht angemeldet. Bei der GKK bestätigt man das, "zu dem laufenden Verfahren können wir aber nichts sagen", so ein Sprecher.








